#26: Debanking: Der lange Arm der Regierung Trump
Shownotes
Zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland sind kürzlich wegen debanking in die Schlagzeilen geraten, etwa der Rechtshilfeverein Rote Hilfe. Debanking bedeutet, dass Banken ihren Kunden plötzlich die Konten kündigen. Diese Praxis ist kein neues Phänomen. Sie wird beispielsweise eingesetzt, wenn Banken vermuten, dass Geldwäsche stattfindet. Die aktuellen Fälle zeigen jedoch: Debanking gewinnt zunehmend an politischer Brisanz. Zumindest im Fall der Roten Hilfe ist klar, dass Maßnahmen der Trump-Administration Auslöser für die Kontokündigung waren. Hiesige Banken lassen sich, vermutlich auch in anderen Fällen, als verlängerter Arm der US-Regierung einspannen. Dahinter steckt unter anderem Trumps Kampagne gegen „die“ Antifa.
Was genau ist debanking, welche Auswirkungen hat es, worauf können sich Banken in ihrer Praxis berufen und warum schützt die Bundesregierung die demokratische Zivilgesellschaft nicht besser vor Maßnahmen ausländischer Regierungen. Und nicht zuletzt: Was kann man gegen debanking tun?
Wir beleuchten die Hintergründe von debanking und haben mit einer Betroffenen gesprochen. Ellen Händler, Vorsitzende des Bunds der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow, erläutert, was debanking für ihre Vereinsarbeit bedeutet.
Diese Folge haben wir wegen der Osterferien bereits am 24. März aufgenommen. In der Zwischenzeit wurde bekannt, dass sich auch das ZDF Trumps Sanktionspolitik zu eigen macht: ZDF übernimmt Sanktionslisten von Trump-Regierung
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Shownotes:
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow
Executive Order der Trumpregierung: Designations of Antifa Ost and Three Other Violent Antifa Groups - United States Department of State
Andrea Nüsse: „Ich bin in die 90er Jahre zurückkatapultiert.“ An diesem Mann zeigt sich, wie abhängig Europa im Digitalen von den USA ist. Tagesspiegel, 15. Februar 2026.
Kai Ambos: Die Sanktionierung des Rechts. Zur Sanktionspolitik der US-Regierung gegen den Internationalen Strafgerichtshof. Verfassungsblog, 17. Dezember 2025.
Initiative Debanking stoppen: debankingstoppen.de – Solidarität mit antifaschistischen Strukturen
Anne Baillot und Alexandra Keiner: Trifft es einen, trifft es alle? Herausforderungen und Perspektiven von Debanking-Praktiken in Europa. 25. Januar 2026
Simon Simanovksi: Repressionswäsche. Zum „Debanking“ linker Organisationen. Verfassungsblog, 5. März 20206.
Konrad Litschko und Kersten Augustin: Wenn der Verfassungsschutz aussortiert. taz, 17. März 2026.
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion (Büro Lisa Schubert): Kündigung von Konten politischer Organisationen („Debanking“) sowie Zahlungssouveränität in der Europäischen Union. Drucksache 21/4638. 6. März 2026.
Financial Intelligence Unit (FIU): Typologien der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung Besondere Anhaltspunkte für das Erkennen einer möglichen Terrorismusfinanzierung. Stand April 2024. (Das Papier ist nicht offiziell über die FIU zugänglich, wurde hier aber online gestellt; Frag den Staat hat dazu gerade eine Anfrage laufen: Typologie - FragDenStaat)
Das Mitbringsel:
Sabine Nuss, Michael Heinrich: Tausch und Täuschung. Wie wir Geld machen. MaroHeft Nr. 22, 2026. MaroVerlag.
Transkript anzeigen
Sabine Nuss: Hallo und herzlich willkommen zur 26. Folge von Armutszeugnis,
Sabine Nuss: dem Wirtschaftspodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Sabine Nuss: Hallo alle, die uns gerade zuhören. Hallo Eva.
Eva Völpel: Hallo.
Sabine Nuss: Wir wollen heute über etwas ganz Spezielles sprechen, nämlich über das Thema Debanking.
Sabine Nuss: Debanking, was ist das? Das ist, wenn man dir aus unerfindlichen Gründen oft
Sabine Nuss: unangekündigt und überraschend dein Bankkonto kündigt oder du erst gar keins
Sabine Nuss: eröffnen kannst. Das kann allerdings auch Vereine treffen, Organisationen generell.
Sabine Nuss: Und die Frage ist so ein bisschen, warum machen Banken das?
Sabine Nuss: Sie machen das, weil sie aus verschiedenen Gründen deinen Zahlungsverkehr bzw.
Sabine Nuss: Dich als Bankkunde als Risiko einstufen. Und das hat natürlich für den Alltag
Sabine Nuss: und für das Leben weitreichende Konsequenzen.
Sabine Nuss: Auch wenn es Vereine trifft, dann treffen diese Konsequenzen eben auch negativ
Sabine Nuss: das Wirken von Zivilgesellschaften und damit trifft das auch die Demokratie.
Sabine Nuss: Die Banking ist allerdings kein neues Phänomen. Die Frage ist so ein bisschen,
Sabine Nuss: warum interessiert uns das jetzt und was ist der Anlass dieser Folge?
Sabine Nuss: Einige von euch werden es sicherlich mitbekommen haben, im Dezember vergangenen
Sabine Nuss: Jahres, da wurden einigen Organisationen das Konto gekündigt.
Sabine Nuss: Unter anderem die Rechtshilfeorganisation Rote Hilfe, aber auch die Deutsche
Sabine Nuss: Kommunistische Partei, die DKP war betroffen und der, kannte ich bislang da
Sabine Nuss: noch gar nicht, Anarchist Black Cross Dresden.
Sabine Nuss: Also das ist, wer es auch nicht kennt, ein Zusammenschluss, der politische,
Sabine Nuss: vor allen Dingen anarchistische Gefangene und Kriegsgefangene unterstützt.
Sabine Nuss: Bekannter dagegen dürfte die Rote Hilfe sein. Die geht zurück auf eine über
Sabine Nuss: 100 Jahre alte Tradition und ist damit die älteste und mit rund 19.000 Mitgliedern
Sabine Nuss: auch die größte Organisation innerhalb des,
Sabine Nuss: wie soll man sagen, linken Spektrums in Deutschland.
Sabine Nuss: Und diesen Verein hat man also im Dezember die Konten gekündigt,
Sabine Nuss: überraschend und es gab entsprechend einen großen Aufschrei und auch eine große Solidaritätswelle.
Sabine Nuss: Was mich selber damals im Dezember einigermaßen überrascht hat,
Sabine Nuss: als ich davon erfahren habe, dass im Fall der Roten Hilfe die Konten bei der
Sabine Nuss: GLS-Gemeinschaftsbank waren, also die GLS, die Konten gekündigt hat,
Sabine Nuss: die ja eigentlich eine nach eigenen Angaben sozial-ökologisch ausgerichtete
Sabine Nuss: Genossenschaftsbank ist.
Sabine Nuss: Da hätte man das jetzt vielleicht eher nicht so erwartet.
Sabine Nuss: Es waren aber auch Konten der Roten Hilfe bei der Kreissparkasse Göttingen betroffen.
Sabine Nuss: Und damit war das Ganze aber noch nicht zu Ende. Es ging weiter.
Sabine Nuss: Im Februar, ein paar Wochen später,
Sabine Nuss: wurde einem weiteren Verein das Konto gekündigt, nämlich dem VVN-BDA.
Sabine Nuss: Dahinter steckt der Berliner Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des
Sabine Nuss: Naziregimes slash Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.
Sabine Nuss: Und dieses Mal war es dann die Postbank, die das Konto des BDA in Treptow kündigte.
Sabine Nuss: Das sind einige, aber beleibe nicht die einzigen Beispiele für Debanking.
Sabine Nuss: Das kann ganz verschiedene Gruppen treffen, hat es auch in der Vergangenheit.
Sabine Nuss: Es hat auch schon AfD-Politikerinnen getroffen.
Sabine Nuss: Sowohl rechte als auch linke Journalistinnen waren betroffen und das schon seit etlichen Jahren.
Sabine Nuss: Aber Debanking scheint aktuell in Deutschland tatsächlich zuzunehmen und es
Sabine Nuss: kriegt eine neue Qualität, weil es kommen nämlich offensichtlich jetzt neue
Sabine Nuss: Gründe dazu fürs Debanking.
Sabine Nuss: Und vor diesem Hintergrund sind die Kündigungen der Konten der Roten Hilfe und
Sabine Nuss: vermutlich auch der anderen genannten Organisationen ein deutliches Alarmsignal.
Sabine Nuss: Was nämlich damals relativ schnell im Raum stand, war, damals noch als Vermutung,
Sabine Nuss: dahinter steckt die Trump-Administration.
Sabine Nuss: Man könnte sagen, in einer Abwandlung eines alten Gewerkschaftszitats,
Sabine Nuss: wenn der lange Arm von Trump es will, stehen alle Konten still.
Sabine Nuss: Zumindest an einem Teil der neueren De-Banking-Fälle kann man jetzt sehen,
Sabine Nuss: wie sich die autoritäre,
Sabine Nuss: faschistoide Agenda der USA unter Trump ganz technokratisch daherkommt,
Sabine Nuss: weil eigentlich bloß vermittelt über die US-amerikanische Dominanz im Finanzsystem
Sabine Nuss: sich bis nach Deutschland und Europa auswirkt und damit auch die Arbeit der
Sabine Nuss: Zivilgesellschaft hierzulande beeinträchtigt.
Sabine Nuss: Das sind also alles keine besonders beruhigenden Nachrichten.
Sabine Nuss: Aber Fear fades where knowledge grows.
Sabine Nuss: Wo Wissen wächst, schwindet die Angst. Und deshalb, Eva, hast du recherchiert,
Sabine Nuss: was hinter dem Phänomen Debanking genauer steckt.
Sabine Nuss: Und du hast dir, darauf kommen wir dann im zweiten Teil der Sendung zu sprechen,
Sabine Nuss: näher angeschaut, was Debanking ganz konkret für die Arbeit eines Vereins tatsächlich
Sabine Nuss: bedeuten kann. Dazu hast du mit Ellen Händler gesprochen.
Sabine Nuss: Ellen Händler ist Vorsitzende des Bunds der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Sabine Nuss: Trepto e.V., kurz eben BDA, dem wie erwähnt eben auch die Konten gekündigt wurden.
Sabine Nuss: Eva, jetzt steig mal ein in dieses Thema.
Eva Völpel: Ja, Sabine, du hast es gesagt, Debanking ist kein neues Phänomen und ein häufig
Eva Völpel: von den Banken vorgebrachter Grund, warum sie sozusagen konnten debanken,
Eva Völpel: wie man auch so schön sagt, das sind verschärfte internationale Compliance-Vorgaben.
Eva Völpel: Das sind also Regeln oder Überprüfungen, die die Banken einhalten müssen,
Eva Völpel: um gegen Geldwäsche oder Terrorfinanzierung vorzugehen bzw.
Eva Völpel: Das zu verhindern. Und wenn sie halt in dem Sinn Verdachtsfälle haben und ihnen
Eva Völpel: die Sache zu heikel wird, beziehungsweise einfach der Prüfaufwand zu groß,
Eva Völpel: dann greifen sie oft zu diesen Kontokündigungen und das nennt man dann auch
Eva Völpel: De-Risking, also eine De-Risking-Strategie, die die Banken da betreiben.
Eva Völpel: Das also an der Stelle nochmal kurz und knapp dazu, worauf die Banken sich da so berufen.
Eva Völpel: Aber vielleicht erstmal noch zu der Frage, seit wann gibt es überhaupt Debanking?
Eva Völpel: Das ist kein neues Phänomen.
Eva Völpel: Und einige Expertinnen, die sagen, das startet eigentlich so Mitte der 90er
Eva Völpel: Jahre, vor allem in den USA, als in den USA die Regierung dort Gesetze gegen
Eva Völpel: die Geldwäsche verschärft.
Eva Völpel: Und man sieht da eine Zunahme von Debanking im Rahmen der Terroranschläge vom 11.
Eva Völpel: September 2001, also zur Zeit der US-Regierung unter George W.
Eva Völpel: Bush, also Republikaner. Und da trifft dann Debanking vor allem islamistische
Eva Völpel: Terrororganisationen und ihre Finanziers.
Eva Völpel: Aber damals wird dann auch schon klar, es trifft eben auch viele unbescheutene
Eva Völpel: muslimische Organisationen, Wohlfahrtsverbände oder auch einzelne Individuen.
Eva Völpel: Und jetzt ist Debanking damals aber schon kein Phänomen nur der republikanischen
Eva Völpel: Regierung gewesen, sondern das setzt sich fort auch unter den demokratischen
Eva Völpel: US-Präsidenten sowohl Barack Obama als auch Joe Biden.
Eva Völpel: Und bei Obama ist es zum Beispiel so, da gibt es eine richtige Operation,
Eva Völpel: die nennt sich Operation Chokepoint.
Eva Völpel: Also To Choke heißt zu erdrosseln und ein Chokepoint ist sowas,
Eva Völpel: wo sich sowas verengt an der Stelle.
Eva Völpel: Und damals geraten vor allem Kredithaie und auch die Waffenlobby stärker ins
Eva Völpel: Visier der Kontrollen um Geldwäsche und Terrorfinanzierung.
Eva Völpel: Und bei Biden, Joe Biden, sind es dann später stärker Kredithaie.
Eva Völpel: Und es gibt dann damals auch schon relativ viel Diskussion darüber und Kritik daran,
Eva Völpel: dass man den Regierungen vorwirft, dass sie eben nicht mehr den Weg wählen,
Eva Völpel: dass sie eine Organisation auf gerichtlichen Wege überhaupt erstmal illegales Verhalten nachweisen,
Eva Völpel: sondern dass sie jetzt die Banken einspannen und dass die jetzt sozusagen als
Eva Völpel: verlängerter Kontrollarm funktionieren, um durchaus auch mal gegen politisch
Eva Völpel: missliebige Geschäftszweige vorzugehen.
Eva Völpel: Also bei Obama zum Beispiel die Waffenlobby, das hat natürlich vor allem den
Eva Völpel: Republikanern nicht wirklich geschmeckt.
Eva Völpel: Genau, das vielleicht mal ganz kurz.
Sabine Nuss: Also es hat, wie man sieht, unterschiedliche Akteure immer schon getroffen und
Sabine Nuss: Debanking, hast du jetzt ja auch nochmal schön hergeleitet, ist kein Phänomen
Sabine Nuss: nur von konservativen, republikanischen US-Regierungen, sondern auch von demokratischen US-Regierungen.
Sabine Nuss: Aber was mich jetzt nochmal genauer interessieren würde, wie schwappt denn jetzt
Sabine Nuss: dieses Debanking in den aktuellen Fällen, die wir gerade eingangs gehört haben,
Sabine Nuss: von den USA nach Deutschland und was ist daran diese neue Qualität?
Eva Völpel: Vielleicht nochmal festhalten, damit hier kein falscher Eindruck entsteht.
Eva Völpel: Also Debanking ist nicht per se immer politisch motiviert.
Eva Völpel: Wir haben es gehabt, Fragen von Geldwäschebekämpfung, das ist dann oft auch
Eva Völpel: Geldwäschebekämpfung.
Eva Völpel: Oder sollte man sicherlich auch nochmal erwähnen, Debanking findet zum Beispiel
Eva Völpel: auch statt, wenn Banken sagen, sie haben Konten von angeblich rufschädigenden
Eva Völpel: Gewerben, nämlich bei SexarbeiterInnen.
Eva Völpel: Obwohl das ja ein legales Gewerbe in Deutschland ist, sind die Personen auch
Eva Völpel: oft von Debanking betroffen.
Eva Völpel: Aber jetzt in der zweiten Amtszeit von Donald Trump, da sehen wir in einigen
Eva Völpel: jüngeren Fällen des Debanking eine neue Qualität und zwar wie sich halt politische
Eva Völpel: Entscheidungen dieser rechten Regierung über das Debanking bis nach Deutschland
Eva Völpel: und Europa auswirken können.
Eva Völpel: Und ich will mal einen besonders prominenten Fall auf der internationalen Ebene,
Eva Völpel: beziehungsweise hier in unserem europäischen Nachbarland Frankreich ansprechen.
Eva Völpel: Denn an dem sieht man wirklich sehr, sehr schön, wie groß die US-Dominanz im
Eva Völpel: Finanzsystem ist und welche Folgen das hat.
Sabine Nuss: Schieß los.
Eva Völpel: Die Trump-Regierung bekämpft ja den internationalen Strafgerichtshof.
Eva Völpel: Vielleicht kurz zur Erinnerung. Der internationale Strafgerichtshof,
Eva Völpel: das ist ein unabhängiges Gericht mit Sitz in Den Haag und der hat eben die Aufgabe.
Eva Völpel: Strafrechtlich gegen Individuen, also nicht gegen Staaten vorzugehen,
Eva Völpel: die Völkermord oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen begangen haben.
Eva Völpel: Und jetzt ist es so, dass die USA den internationalen Strafgerichtshof nie anerkannt haben.
Eva Völpel: Sie sind also auch nie Vertragsstaat geworden, weil sie immer irgendwie gesagt
Eva Völpel: haben, sie befürchten, dass dann auch US-amerikanische SoldatInnen da vielleicht
Eva Völpel: mal zur Rechenschaft gezogen werden und das passt ihnen natürlich nicht.
Eva Völpel: Aber Trump hat jetzt die Ablehnung dieses Strafgerichtshofs wirklich nochmal
Eva Völpel: auf eine neue Ebene gezogen.
Eva Völpel: Er bekämpft ihn wirklich massiv und die Regierung hat schon 2025 gegen mehrere
Eva Völpel: Richter und drei Staatsanwälte dieses Strafgerichtshofs Sanktionen verhängt.
Eva Völpel: Und Anlass war der Haftbefehl, den der internationale Strafgerichtshof unter
Eva Völpel: anderem gegen den israelischen Premier Benjamin Netanyahu ausgestellt hatte,
Eva Völpel: wegen möglicher Kriegsverbrechen in Gaza.
Eva Völpel: Und an diesem Haftbefehl, da war unter anderem auch der französische Richter
Eva Völpel: Nicolas Guillot beteiligt.
Eva Völpel: Und dieser Richter, der hat in einem Interview im Februar in diesem Jahr im
Eva Völpel: Tagesspiegel mal genauer geschildert, was diese Sanktionen eigentlich für ihn bedeuten.
Eva Völpel: Und er hat das sehr schön zusammengefasst in einem Zitat.
Eva Völpel: Da sagt er nämlich, die Sanktionen betreffen jeden Aspekt meines Alltags.
Eva Völpel: Ich bin in die 1990er Jahre zurückkatapultiert.
Sabine Nuss: Ja, habe ich auch gehört von diesem Fall. Und Giyu hat ja auch,
Sabine Nuss: soweit ich das verfolgt habe, sehr alltagspraktische Folgen gehabt,
Sabine Nuss: die man sich gar nicht so richtig vorstellen kann.
Sabine Nuss: Also für ihn war das so, dass mit einem Schlag ganz viele Bezahl- oder Bestellvorgänge
Sabine Nuss: im Internet oder auch am Geldautomaten überhaupt nicht mehr funktioniert haben.
Sabine Nuss: Und zwar eben auch außerhalb der USA. Er kann fast nur noch mit Bargeld einkaufen.
Sabine Nuss: Seine Kreditkarten von zum Beispiel American Express, Visa oder Mastercard wurden gesperrt.
Sabine Nuss: Und genauso seine Konten bei Amazon, bei Airbnb oder PayPal,
Sabine Nuss: die hat man auch gesperrt.
Sabine Nuss: Also er hat beschrieben, er hat zum Beispiel mal ein Hotel reserviert online
Sabine Nuss: über so eine Buchungsplattform, die wohl auch in den Händen der USA lag und
Sabine Nuss: da hat er irgendwann mal plötzlich eine E-Mail gekriegt, dass die Reservierung jetzt storniert wurde.
Sabine Nuss: Und ein anderes Beispiel hat er genannt, er hat sich mal ein Gemälde schicken
Sabine Nuss: lassen wollen, also ein Gemälde muss man sich schon auch schicken lassen können,
Sabine Nuss: aber egal, auf jeden Fall hat er sich mal ein Gemälde schicken lassen wollen
Sabine Nuss: von Frankreich nach Den Haag via UPS und das ging auch nicht mehr.
Sabine Nuss: Und er würde, also es war so, dass eine französische Bank irgendwie netterweise
Sabine Nuss: dem Mann jetzt ein Scheckheft ausgestellt hat, dass er ab und zu auch mal mit Checks bezahlen kann.
Sabine Nuss: Auf jeden Fall greift es wirklich tief ein ins Alltagsleben und er beschreibt
Sabine Nuss: es auch so, dass er sagt, das ist ein Gefühl der permanenten Beunruhigung und Machtlosigkeit.
Eva Völpel: Ja, das Beispiel ist wirklich total krass und es zeigt eben,
Eva Völpel: wie US-amerikanische Sanktionen gegen Personen auch außerhalb der USA wirken,
Eva Völpel: also in Europa, selbst wenn Europa diesen Richter halt nie sanktioniert hat.
Eva Völpel: Und das funktioniert eben, weil die Abhängigkeit von uns allen,
Eva Völpel: beziehungsweise in der EU, von diesen US-basierten Zahlungsdienstleistern,
Eva Völpel: Visa, Mastercard, Google Pay, Apple Pay, Paypal und was es da noch alles so
Eva Völpel: gibt, weil das so groß ist.
Eva Völpel: Visa und Mastercard zum Beispiel, die haben einen Anteil von 90 Prozent an den
Eva Völpel: innereuropäischen Kartenzahlungen.
Sabine Nuss: Krass, aber wir haben ja noch diese Girokarte in Deutschland.
Sabine Nuss: Also die ist doch kein US-amerikanisches System, oder?
Eva Völpel: Ja, das stimmt. Die gibt es noch in Deutschland. Also Deutschland hat wirklich
Eva Völpel: noch ein eigenes Bezahlsystem, aber die ist bei einigen Banken auch gar nicht
Eva Völpel: mehr die Standardkarte.
Eva Völpel: Die kannst du also dann auch nur gegen Aufpreis bekommen, beziehungsweise wenn
Eva Völpel: du jetzt mit deiner Girokarte im europäischen Ausland Geld abheben willst,
Eva Völpel: dann geht das oft auch nicht mehr.
Eva Völpel: Das heißt, die Banken integrieren in diese Girokarte oft so eine Mastercard-
Eva Völpel: oder Visa-Funktion, damit du halt auch im europäischen Ausland an Geld rankommst.
Eva Völpel: Und es ist natürlich ein enormes Druckmittel, wenn jetzt die US-Regierung sich
Eva Völpel: plötzlich überlegen würde, okay, wir weisen jetzt einfach mal die US-amerikanischen
Eva Völpel: Zahlungsdienstleister an, bestimmte Dienste in Europa einzuschränken oder ganz einzustellen.
Eva Völpel: Und ich glaube, wir leben halt in Zeiten, in denen das nicht mehr besonders
Eva Völpel: weit hergeholt ist, so eine Vorstellung.
Sabine Nuss: Ich bezahle nur noch mit Bargeld. Da kommt es ja gar nicht mehr raus.
Eva Völpel: Die Debatte gibt es ja eh, wie sinnvoll ist es, wenn sozusagen das Bargeld abgeschafft würde.
Eva Völpel: Wobei keiner redet ja hier über Komplettabschaffung. Aber klar,
Eva Völpel: das muss man sich einfach überlegen, was für Abhängigkeiten das dann wieder hervorbringt.
Eva Völpel: Also es gibt aber noch eine zweite Abhängigkeit. Also auch nicht-US-amerikanische
Eva Völpel: Banken kündigen Personen, die US-Sanktionen unterliegen, in ihrem Land auf die
Eva Völpel: Konten, weil sie eben befürchten, sie müssten sonst hohe Strafen zahlen.
Eva Völpel: Und das liegt nämlich daran, dass die Banken für ihre internationalen Geschäfte
Eva Völpel: abhängig sind von sogenannten Korrespondenzbanken.
Eva Völpel: Also keine Bank hat ja in jedem Land der Welt Filialen. Das heißt,
Eva Völpel: um da Geschäfte abzuwickeln, greifen sie auf so Korrespondenzbanken zurück,
Eva Völpel: mit denen sie zusammenarbeiten.
Eva Völpel: Und in diesen Infrastrukturen der Korrespondenzbanken, da ist eben der US-Dollar
Eva Völpel: dominant, also wie halt in den ganzen internationalen Zahlungsgeschäften.
Eva Völpel: Und wenn jetzt eine Bank zum Beispiel in den USA mit einer Korrespondenzbank
Eva Völpel: zusammenarbeitet und da ihre Geschäfte abwickeln muss, dann müssen sie halt
Eva Völpel: US-Sanktionen beachten.
Eva Völpel: Oder was es auch gibt, ist, dass die Banken halt vorbringen,
Eva Völpel: ja, sie befürchten den Ausschluss vom SWIFT-System.
Sabine Nuss: SWIFT? Was ist SWIFT?
Eva Völpel: SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication.
Eva Völpel: Das ist das System zur Nachrichtenübermittlung zwischen den Banken überall auf der Welt.
Eva Völpel: Also quasi wie so ein standardisierter Nachrichtencode, damit die Banken halt
Eva Völpel: wissen, aha, ich muss jetzt von meiner Bank zur Bank XY in dem Land Z das Geld
Eva Völpel: schicken. Das kennen wir eigentlich auch alle.
Eva Völpel: Also wir alle haben, wenn wir ein Konto bei der Bank haben, einen sogenannten BIC.
Eva Völpel: Das ist der SWIFT-Code, der nennt sich auch BIC. Das ist sozusagen dieser Code,
Eva Völpel: mit dem die Bank eindeutig identifizierbar ist bei Überweisungen.
Eva Völpel: Und jetzt ist es so, dass SWIFT eine Genossenschaft ist mit Sitz in Belgien.
Eva Völpel: Das heißt, es gilt eigentlich auch das belgische Recht, aber trotzdem haben
Eva Völpel: die USA auch in dem SWIFT-System eine enorme Dominanz,
Eva Völpel: weil in dem SWIFT-System und weltweit eben der US-Dollar die Hauptwährung ist,
Eva Völpel: weil eben in dem SWIFT-System die Banken oft auf die Korrespondenzbanken zurückgreifen
Eva Völpel: müssen und die US-amerikanische Zentralbank sitzt auch in der Aufsichtsbehörde von SWIFT mit drin.
Eva Völpel: Und ein Ausschluss vom SWIFT-System, das ist natürlich so die ganz harte Waffe,
Eva Völpel: weil dann bist du als Bank quasi abgeschnitten von diesen Möglichkeiten,
Eva Völpel: schnell und einfach Geld zu transferieren in die ganze Welt.
Eva Völpel: Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass ja der Iran SWIFT-Sanktionen unterliegt
Eva Völpel: oder vom SWIFT-System ausgeschlossen wurde.
Eva Völpel: Und auch einige russische Banken, also ich glaube nicht alle,
Eva Völpel: aber einige. Und Russland hat ja mittlerweile so ein neues System selber aufgesetzt,
Eva Völpel: um das so ein bisschen zumindest, glaube ich, im Inland zu umgehen.
Eva Völpel: Und ich glaube, mit China haben sie auch ein eigenes System dazu entwickelt.
Eva Völpel: Aber nochmal zurückgekehrt zu dem Fall des Richters Nicolas Guillaume.
Eva Völpel: Das ist natürlich ein extremer Fall.
Sabine Nuss: Ich kenne auch noch einen Fall, der Debanking bekommen hat, der ganz berühmt ist.
Eva Völpel: Ja, willst du den sagen?
Sabine Nuss: Ja, Donald Trump.
Eva Völpel: Ja, lustigerweise, genau. Das muss man der Vollständigkeit hier einmal erwähnen.
Sabine Nuss: Das ist nämlich das absolut Paradoxe und Widersprüchliche, weil Donald Trump
Sabine Nuss: hat im Februar 2021 auch die Banking bekommen und zwar von der Bank G-Pay Morgan Chase.
Sabine Nuss: Und die haben ihm einfach nur eine Mitteilung geschickt.
Sabine Nuss: In zwei Monaten werden alle deine Bankkonten geschlossen, lieber Trump.
Sabine Nuss: Und das war für Trump natürlich, abgesehen von dem Image-Schaden,
Sabine Nuss: den er da erlitten hat, wie er selber sagt, natürlich, glaube ich,
Sabine Nuss: auch eine krasse Demütigung und das hat er nie vergessen.
Sabine Nuss: Weil vier Jahre später, als er dann jetzt selber sozusagen im Waisenhaus stand,
Sabine Nuss: hat er natürlich umgehend die Bank verklagt und deren Chef Jamie Dimon auf mindestens
Sabine Nuss: fünf Milliarden Dollar Schadenersatz eben verklagt.
Sabine Nuss: Und Trump hat natürlich dann auch gleich direkt danach,
Sabine Nuss: das war jetzt im August letzten Jahres, ein Dekret erlassen und unterzeichnet,
Sabine Nuss: was die Praktiken von Banken und Aufsichtsbehörden beenden soll,
Sabine Nuss: also die Praktiken von De-Banking. Das ist echt ein bisschen schwierig.
Sabine Nuss: Also schräg, oder?
Eva Völpel: Es ist ein bisschen schräg und es ist sozusagen so, dass wir hier wieder die
Eva Völpel: Trumpsche Ambivalenz in aller Schönheit beobachten können.
Sabine Nuss: Ja, also genau. Er hat auch gesagt, die Banken haben mich sehr stark diskriminiert, hat er gesagt.
Sabine Nuss: Und jetzt macht das halt auch. Na gut. Okay, sorry, aber das ist mir jetzt noch
Sabine Nuss: gerade bei dem Fall Richter Nicolas Guillaume gerade eingefallen,
Sabine Nuss: dass es da noch einen Prominenten gibt.
Eva Völpel: Ja, auf jeden Fall. Aber gucken wir nochmal auf den Fall des Richters Nicolas
Eva Völpel: Guillaume. Das ist natürlich ein Fall, da hat es eine Person wirklich verheerend getroffen.
Eva Völpel: Es ist aber auch ein sehr prominenter Fall, weil der jetzt auf europäischer
Eva Völpel: und internationaler Ebene für sehr viel Aufsehen sorgte und da gab es ja auch
Eva Völpel: politische Reaktionen von den höchsten europäischen Ebenen drauf.
Eva Völpel: Und anders sieht es natürlich aus mit Fällen, die wir eingangs erwähnt haben.
Eva Völpel: Also Stichwort Rote Hilfe, DKP und so weiter, an denen man in der Tat entweder
Eva Völpel: sieht, da gehen wir noch drauf ein, oder vermuten kann, dass der lange Arm der
Eva Völpel: US-Regierung bis in die weniger prominenten Bereiche der Zivilgesellschaft durchgreift,
Eva Völpel: wo dann eben auch weniger Aufmerksamkeit erstmal drauf liegt.
Eva Völpel: Und zum Glück hat es ja aber in Deutschland jetzt einigen Wirbel gegeben um
Eva Völpel: den Fall der Roten Hilfe. und auf den möchte ich auch kurz eingehen,
Eva Völpel: denn der zeigt sehr schön den Zusammenhang mit dem Trumpschen Feldzug gegen
Eva Völpel: die Antifa in den USA auf, beziehungsweise gegen Biden.
Eva Völpel: Die Antifa, angebliche Antifa Ost in Deutschland.
Sabine Nuss: Und die Antifa, die hat Trump ja sowieso gefressen. Das ist ja schon sehr lange
Sabine Nuss: sein Hassobjekt und Hauptfeind.
Sabine Nuss: Er hat also erstmals, wenn ich das richtig in Erinnerung habe,
Sabine Nuss: am Tag seiner Amtseinführung 2017,
Sabine Nuss: da gab es irgendwie solche Proteste, gewaltsame Ausschreitungen auch von diesem
Sabine Nuss: in Anführungsstrichen schwarzer Block.
Sabine Nuss: Das war irgendwie nach der Ermordung von George Floyds durch Polizisten damals.
Sabine Nuss: Und da hat er erstmals die Antifa zur terroristischen Organisation erklärt,
Sabine Nuss: beziehungsweise hat gesagt, er will sie dazu erklären, zu einer Terrororganisation
Sabine Nuss: mit den entsprechenden Folgen.
Sabine Nuss: Und jetzt dann natürlich nochmal aktualisiert und nochmal zugespitzt nach der
Sabine Nuss: Ermordung des hier Charlie Kirk, dieser christlich-reaktionäre Popcaster und
Sabine Nuss: Trump-Anhänger, da hat das alles nochmal zugenommen.
Sabine Nuss: Und da hat Trump dann die Gunst der Stunde genutzt und allen Linken massiv gedroht.
Sabine Nuss: Und er sagt ja auch nicht immer nur gegen die Antifa, sondern er verbindet ja
Sabine Nuss: auch immer so eine Art, wie soll ich jetzt sagen, es fällt auch immer wieder
Sabine Nuss: das Wort marxistisch, marxistische Terrorgruppen. Also Marxismus hat er irgendwie
Sabine Nuss: gefressen und die Antifa hat er gefressen.
Eva Völpel: Der hat im September 2025 dann per Executive Order, also per Präsidialdekret
Eva Völpel: ohne Zustimmung des Kongresses,
Eva Völpel: dann eben tatsächlich auch zuerst in den USA die Antifa zu einer einheimischen
Eva Völpel: Terrororganisation erklärt.
Eva Völpel: Und wenig später, im November 1925, hat er dann ebenso per Executive Order die
Eva Völpel: angebliche Antifa Ost in Deutschland zu einer Terrororganisation erklärt.
Eva Völpel: Also da sind noch drei andere Organisationen auf der Liste gewesen.
Eva Völpel: Aber uns geht es jetzt vor allen Dingen erst mal um diese Antifa-Ost.
Sabine Nuss: Und warte mal ganz kurz, Eva, die Antifa als Antifa, wenn man jetzt mal Antifa-Ost
Sabine Nuss: weglässt, das ist ja von allen, die sich auskennen und auch von jeder Erfahrung,
Sabine Nuss: die man so hat, überhaupt keine Organisation.
Eva Völpel: Ja, nein, überhaupt nicht, ja.
Sabine Nuss: Und das ist ja eigentlich auch ein bisschen das Gefährliche,
Sabine Nuss: dass dann alles als Antifa, also da ist ja der Willkür Tür und Tor geöffnet.
Sabine Nuss: Aber sag nochmal zurück zur Antifa-Ost spezifisch.
Eva Völpel: Also spezifisch zu der Antifa Ost ist es jetzt so, dass Personen,
Eva Völpel: die dazugerechnet werden, die haben dann keinen Anspruch mehr auf Finanzdienstleistungen in den USA.
Eva Völpel: Wenn die Vermögen in den USA haben, dann wird das eben eingezogen und so weiter.
Eva Völpel: Das haben die jetzt vielleicht auch alle nicht.
Eva Völpel: Keine Ahnung, aber viel entscheidender ist der Punkt, es ist eben jetzt auch
Eva Völpel: strafbar, diesen sanktionierten Personen wissentlich materielle Unterstützung
Eva Völpel: oder Ressourcen zukommen zu lassen oder das auch nur zu versuchen.
Eva Völpel: Und wer das trotzdem macht, der gerät eben in die Gefahr, auch sanktioniert
Eva Völpel: zu werden durch sogenannte Sekundärsanktionen.
Sabine Nuss: Eva, nochmal zur Antifa-Ost. Was war die jetzt genau, die Antifa-Ost?
Eva Völpel: Ja, also als Organisation gibt es gar keine Antifa-Ost. Das gilt auch jetzt
Eva Völpel: sozusagen für diesen speziellen Ausdruck.
Eva Völpel: Was es gibt, das sind, und jetzt kommt das Wording des Verfassungsschutzes,
Eva Völpel: linksextreme Netzwerke.
Eva Völpel: Aus denen heraus Personen zwischen 2018 und 2023 vor allem in Ostdeutschland,
Eva Völpel: aber auch Ungarn, Faschisten angegriffen und verletzt haben sollen.
Eva Völpel: Und dazu sind zurzeit noch mehrere Menschen angeklagt, manche aber auch schon
Eva Völpel: zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.
Eva Völpel: Und an der Stelle möchte ich nur mal ganz kurz dazu sagen, dass an den Verfahren
Eva Völpel: auch in Deutschland und natürlich auch in Ungarn zu sehen ist,
Eva Völpel: dass man eine massive Kriminalisierung von Antifaschismus erlebt.
Eva Völpel: Denn die Anklagen, die lauten eben nicht nur auf gefährliche Körperverletzungen,
Eva Völpel: sondern auch auf Unterstützung oder Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Eva Völpel: Und das ist wirklich eine neue Qualität. Aber das ist jetzt nur mal am Rande.
Eva Völpel: Aber ich glaube, das ist wichtig, einfach nochmal dazu zu sagen.
Eva Völpel: Ja, und jetzt war es so, dass im Dezember ja die Rote Hilfe die Konten gekündigt
Eva Völpel: bekam, sowohl bei der privaten GLS-Bank und bei der Sparkasse Göttingen.
Eva Völpel: Und es gab eben schnell den Verdacht, das hast du ja auch schon erwähnt.
Eva Völpel: Das hat damit zu tun, weil die Rote Hilfe Spenden für Prozesse und Prozessbegleitung
Eva Völpel: im Antifa-Ostkomplex, nenne ich es jetzt mal so, gesammelt hat.
Eva Völpel: Und die GLS und die Göttinger Sparkasse, die haben aber für die Kontokündigung
Eva Völpel: erstmal überhaupt keinerlei sachliche Gründe geliefert.
Eva Völpel: Und im Januar dann hat die Rote Hilfe ein Eilverfahren gegen die Sparkasse Göttingen
Eva Völpel: geführt und erfreulicherweise auch gewonnen.
Eva Völpel: Und in diesem Eilverfahren, da hat die Anwältin der Sparkasse Göttingen mehrere
Eva Völpel: Gründe für die Kündigung aufgeführt und zum ersten Mal überhaupt die Listung
Eva Völpel: der Antifa Ost auf der US-Sanktionsliste tatsächlich erwähnt und auch gesagt, ja, es gäbe Hinweise,
Eva Völpel: dass die Rote Hilfe mit der Antifa Ost in Verbindung stünde.
Eva Völpel: Also über die Spenden, die sie da sammeln. Und die Sparkasse hat dann tatsächlich
Eva Völpel: erklärt, sie habe Angst, den Zugang zu ihrer US-amerikanischen Korrespondenzbank
Eva Völpel: zu verlieren und damit zum Dollarmarkt.
Eva Völpel: Und man müsse ja jetzt auch viel größere Sorgfaltspflichten bei den Kontobewegungen
Eva Völpel: der Roten Hilfe beachten.
Eva Völpel: Das heißt jetzt mal in meinen Worten, die Sparkasse hatte keine Lust,
Eva Völpel: da jetzt höheren Prüfaufwand zu betreiben.
Eva Völpel: Das wird denen wahrscheinlich einfach zu umständlich und zu teuer.
Eva Völpel: Aber das Gericht hat dazu ziemlich klar gesagt, weder eine Beobachtung eines
Eva Völpel: Vereins durch den Verfassungsschutz, was bei der Roten Hilfe übrigens auch der Fall ist.
Eva Völpel: Noch eine Listung von der Antifa Ost, in Anführungszeichen sage ich das jetzt,
Eva Völpel: auf einer US-Terrorliste reichen aus, um der Roten Hilfe zu kündigen.
Eva Völpel: Und auch die Befürchtung, dass die Bank selbst von Sanktionen betroffen werden
Eva Völpel: könnte, das reicht halt nicht als Grund für die Kündigung.
Eva Völpel: Denn die Richter haben klar gesagt, es gilt das EU- und Bundesrecht und keine Liste aus Washington.
Eva Völpel: Das heißt, Sanktionen eines Drittstaates, die können jetzt hier nicht einfach
Eva Völpel: so irgendwelche Wirkungen entfalten, wenn jetzt Deutschland selber überhaupt
Eva Völpel: keine solche Sanktionen erlassen hat.
Eva Völpel: Und auch diesen erhöhten Prüfaufwand, da haben die Richter gesagt,
Eva Völpel: das muss die Bank hinnehmen, weil sie eben ihrem Versorgungsauftrag nachkommen muss.
Sabine Nuss: Es ist ja eigentlich erstmal ein Etappensiegen ganz guter für die Rote Hilfe.
Sabine Nuss: Dieser Beschluss, auch für die anderen Vereine, die jetzt ins Visier geraten könnten.
Sabine Nuss: Allerdings war das ja ein Eilverfahren. Das heißt, das sogenannte Hauptsacheverfahren
Sabine Nuss: steht ja jetzt, also wo wir hier
Sabine Nuss: gerade sitzen, noch aus und man darf ganz gespannt sein, wie es ausgeht.
Sabine Nuss: Aber jetzt hast du ja schon von einem Versorgungsauftrag gesprochen, den die Sparkasse hat.
Sabine Nuss: Beim Deep Banking gibt es offensichtlich einen Unterschied zwischen dem,
Sabine Nuss: was Privatbanken tun dürfen, also im konkreten Beispiel die GLS,
Sabine Nuss: die der Roten Hilfe ja auch die Konten gekündigt hatte, und dem,
Sabine Nuss: was die Sparkassen tun dürfen. Was ist denn da der Unterschied?
Sabine Nuss: Ist das jetzt so ein bisschen der versteckte Aufruf, alle zur Sparkasse?
Sabine Nuss: Obwohl die echt teuer sind, muss ich mal sagen.
Eva Völpel: Ja, das wäre als Verein wahrscheinlich ganz schlau, wenn das so weitergeht,
Eva Völpel: weil man kurz gesagt sagen kann,
Eva Völpel: Privatbanken können ohne Angaben von Gründen Konten einfach kündigen und sie
Eva Völpel: können sich dabei eben oft auf diese sogenannten allgemeinen Geschäftsbedingungen
Eva Völpel: berufen und da ist nämlich in den meisten Fällen so eine Möglichkeit drin vorgesehen.
Eva Völpel: Und bei den Sparkassen ist das anders. Die haben einen öffentlichen Versorgungsauftrag
Eva Völpel: und sind damit anders an Grundrechte gebunden.
Eva Völpel: Und das hat auch das Gericht in dem Eifelfahren nochmal deutlich gemacht.
Eva Völpel: Das heißt jetzt kurz gesagt, in meinen Worten, die Sparkasse darf halt nicht
Eva Völpel: nur wie eine Privatbank auf Gewinnerwirtschaftung gucken, sondern die müssen
Eva Völpel: auch bis zu gewissen Teilen das Gemeinwohl beachten.
Eva Völpel: Und das hat unter anderem zur Folge, dass sie Konten von Vereinen nicht willkürlich
Eva Völpel: kündigen dürfen, sondern sie brauchen immer sachliche Gründe.
Eva Völpel: Und diese sachlichen Gründe, die die Sparkas jetzt in einem konkreten Fall vorgebracht
Eva Völpel: hat, die hat das Gericht eben im Eilverfahren nicht gelten lassen.
Sabine Nuss: Mhm.
Sabine Nuss: Im konkreten Fall der Roten Hilfe ist jetzt aber auch die GLS-Bank zurückgerudert,
Sabine Nuss: also die eigentlich private, aber genossenschaftlich organisierte GLS-Bank.
Sabine Nuss: Die hat sich im Februar mit der Roten Hilfe darauf geeinigt,
Sabine Nuss: dass sie ihr Konto weiterführen darf und das ist natürlich nicht zuletzt auch
Sabine Nuss: dem massiven Druck aus der Zivilgesellschaft zu verdanken.
Sabine Nuss: Also Protest lohnt sich, um das hier nochmal kurz einzuwerfen,
Sabine Nuss: weil nach der Kündigung der Konten haben sich wirklich tausende auch GLS-Kundinnen
Sabine Nuss: bei der Bank über das Vorgehen beschwert.
Sabine Nuss: Und es hat sich auch eine Initiative gegründet unter dem Schlagwort Debanking
Sabine Nuss: stoppen. Das packen wir euch auch in die Shownotes.
Sabine Nuss: Und die Zivilgesellschaft, kann man sagen, hat da wirklich Druck gemacht.
Sabine Nuss: Und die GLS-Bank, die ja nach eigenen Angaben also auch so politischen Anspruch
Sabine Nuss: verfolgt, also als sozialökologische Bank sozusagen und die ja auch damit wirbt,
Sabine Nuss: dass die Gesellschaft und Wirtschaft zum Positiven hin gerne verändern möchte,
Sabine Nuss: die hat dann wahrscheinlich auch ein bisschen Schiss gehabt vor so langfristigen
Sabine Nuss: Imageschäden und hat dann eingelenkt und das kann natürlich alles ganz anders laufen.
Sabine Nuss: Und damit kommen wir jetzt zu dem Fall, den du dir noch näher angeschaut hast,
Sabine Nuss: Eva, nämlich zum Bund der Antifaschistinnen in Berlin-Treptow.
Sabine Nuss: Viele von euch kennen sicherlich diesen eingangs ja schon erwähnten altehrwürdigen
Sabine Nuss: bundesweiten Verband VVN-BDA.
Sabine Nuss: Nochmal, das steht für Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes,
Sabine Nuss: BDA eben für Bund der Antifaschistinnen.
Sabine Nuss: Und das ist eine Vereinigung, die schon 1947 gegründet wurde, parteiübergreifend.
Sabine Nuss: Und zwar von Verfolgten des Naziregimes und von Widerstandskämpfern.
Sabine Nuss: Und der Verband möchte, um es ganz kurz zu sagen, dass es so ein bisschen seinen
Sabine Nuss: Auftrag an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern, auch mit Blick auf
Sabine Nuss: die Gegenwart. Ja, also da geht es ganz stark.
Sabine Nuss: Um Auseinandersetzung gegen Rassismus, gegen Rechtsradikalismus,
Sabine Nuss: gegen Antisemitismus, allgemein gegen die Faschistierung der Gegenwart.
Sabine Nuss: Und der BDA Treptow, das ist sozusagen eine Art Kreisvereinigung des Bundesverbands
Sabine Nuss: VVN, aber es ist ein eigenständiger Verein,
Sabine Nuss: der sich natürlich auch gegen Faschismus engagiert, der sehr allgemein gesprochen
Sabine Nuss: auch für Frieden und für die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde eintritt,
Sabine Nuss: der laut Satzung auch mit demokratischen Gruppen zusammenarbeitet und explizit Gewalt ablehnt.
Sabine Nuss: Das ist eigentlich, im Grunde klingt das alles total gut, finde ich.
Sabine Nuss: Und so soll es sein. Und von solchen Vereinen bräuchten wir auch viel, viel mehr.
Sabine Nuss: Vielleicht kannst du nochmal jetzt näher darauf eingehen, warum hat sich der
Sabine Nuss: BDA in Treptow gegründet und was hast du zu diesem ganzen Themenfeld rausgefunden?
Eva Völpel: Ja, der BDA Treptow, der wurde im Ostberliner Bezirk Treptow eben gegründet
Eva Völpel: und zwar schon 1990 und der Anlass war,
Eva Völpel: dass es damals kurz nach der Wende eben Hakenkreuzschmierereien gab an dem großen
Eva Völpel: sowjetischen Ehrenmal,
Eva Völpel: das da in dem Park in Treptow steht.
Eva Völpel: Und das gab einen riesen Aufschrei in Treptow und damals haben wirklich sehr,
Eva Völpel: sehr viele Menschen und darunter eben auch viele bekannte Persönlichkeiten aus
Eva Völpel: der Kirche, aus der Politik,
Eva Völpel: aus der Kultur gesagt, so wir müssen jetzt hier was dagegen tun und wir gründen jetzt den BDA.
Sabine Nuss: Das hat übrigens auch was mit der Geschichte des Bezirks Treptow zu tun zu DDR-Zeiten.
Sabine Nuss: Hatte ich auch nochmal nachgelesen auf der Website vom BDA Treptow.
Sabine Nuss: Das war nicht ganz interessant, weil in Treptow waren auch vor der Wende zu
Sabine Nuss: DDR-Zeiten unglaublich viele Leute antifaschistisch aktiv, also im Kreiskomitee
Sabine Nuss: der antifaschistischen Widerstandskämpfer.
Sabine Nuss: Da waren einst mehr als tausend Verfolgte des Naziregimes und Angehörige organisiert.
Sabine Nuss: Die haben ehrenamtlich dann ganz unterschiedliche Aktivitäten gemacht zu bestimmten
Sabine Nuss: Widerstandsgruppen, waren aktiv in Sozialkommissionen, in sogenannten Schulen,
Sabine Nuss: im Rahmen von Forschung.
Sabine Nuss: Und die Neugründung des BDA Treptow, die konnte dann auf ziemlich guten Fundamenten
Sabine Nuss: entsprechend aufbauen. Und Eva, du hast jetzt für die Folge heute mit Ellen Händler gesprochen.
Sabine Nuss: Sie ist nämlich die aktuelle Vorsitzende des BDA Treptow und man muss auch dazu
Sabine Nuss: sagen, fast ihre gesamte Familie wurde von den Nationalsozialisten im Dritten Reich ermordet.
Eva Völpel: Ja, auf Ellen Händlers Familiengeschichte sind wir in dem Interview auch nochmal zu sprechen gekommen.
Eva Völpel: Aber lasst uns zunächst mal reinhören in diesen konkreten Debanking-Fall.
Eva Völpel: Also was ist da überhaupt passiert?
Eva Völpel: Dem BDA Treptow wurden die Konten bei der Postbank gekündigt,
Eva Völpel: einer Tochter der Deutschen Bank.
Eva Völpel: Und bis heute ist es so, dass der BDA nicht weiß, welche Gründe da eigentlich hinterstecken.
Eva Völpel: Aber Ellen Händler hat da eine recht naheliegende Vermutung.
Ellen Händler: Mit Schreiben vom 3. Februar, datiert allerdings vom 19.
Ellen Händler: Januar schon, hat die Postbank,
Ellen Händler: Unserem Verein, das ist der Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow
Ellen Händler: e.V., das Konto bei der Postbank zum 30.
Ellen Händler: März gekündigt mit Angabe des Grundes nach § 19 Absatz A der Geschäftsordnung der Postbank.
Ellen Händler: Wir haben dann nachgeschaut und geguckt, was da drin steht und da steht drin,
Ellen Händler: dass die Postbank ohne Angabe von Gründen das Konto kündigen kann.
Ellen Händler: Wir haben dann angeschrieben, sowohl die Postbank als auch die Deutsche Bank,
Ellen Händler: die ja die Postbank gekauft hat und um nähere Erläuterungen gebeten.
Ellen Händler: Bis heute haben sie sich nie gemeldet bei uns.
Ellen Händler: Die Deutsche Bank hat sich auch nicht bei uns gemeldet.
Ellen Händler: Allerdings haben viele Anfragen von Presseorganen, Berliner Zeitung Neues Deutschland.
Ellen Händler: Taz, Tagesspiegel und so weiter, die Deutsche Bank dazu gebracht zu sagen,
Ellen Händler: dass sie sehr, sehr viel tut für die Holocaust-Erinnerungskultur in Deutschland
Ellen Händler: und sie keineswegs das in einem Zusammenhang sehen wollen,
Ellen Händler: dass sie einem antifaschistischen Vereinigtskonto kündigen.
Ellen Händler: Wir sehen das allerdings als eine wirkliche,
Ellen Händler: sehr grundlegende Kampf gegen antifaschistische Arbeit in Deutschland,
Ellen Händler: weil ja schon in Göttingen die Rote Hilfe gekündigt worden ist und hier in Berlin
Ellen Händler: zu einem Tag vier Vereine gekündigt wurden.
Ellen Händler: Also es gibt die Vermutung, dass die antifaschistische Arbeit nicht durch solche
Ellen Händler: Geldinstitute in Deutschland unterstützt werden sollen.
Ellen Händler: Möglicherweise hängt es zusammen mit Aufrufen der Trump-Administrationen,
Ellen Händler: sich gegen Antifa Ost oder sonst wie was zu wennen.
Ellen Händler: Es kann allerdings auch sein, dass es wirklich eigene politische Gründe gibt.
Ellen Händler: Auf jeden Fall gibt es keinerlei technische Probleme von uns mit der Bank.
Ellen Händler: Es muss also politische Gründe geben oder dass sie ihre Organisation bereinigen
Ellen Händler: wollen von solchen Konten wie Vereinskonten.
Ellen Händler: Das kann ich natürlich nicht sagen, aber es liegt nahe, dass es also im Hintergrund
Ellen Händler: politische Überlegungen gibt.
Sabine Nuss: Krass, oder? Wie ausgeliefert man dann als Verein solchen Entscheidungen gegenübersteht.
Sabine Nuss: Ja, so wir klemmen dir jetzt einfach dein Konto ab und dann hier nach mir die Sinnflut.
Sabine Nuss: Das ist gerade, wenn man Mitgliedsbeiträge verwaltet und auch Dinge bezahlen
Sabine Nuss: muss, ist es schon irgendwie echt krass.
Sabine Nuss: Und dann werden noch nicht mal Gründe genannt.
Sabine Nuss: Was sagt denn Ellen Händler zu dieser Antwort der Deutschen Bank?
Eva Völpel: Oh, da hat sie eine sehr klare Meinung.
Ellen Händler: Das ist also eine Verhöhnung der heutigen antifaschistischen Arbeit.
Ellen Händler: Wenn sie uns erklären, dass sie drei Millionen Euro spenden,
Ellen Händler: dass der Chanukka-Leuchter vom Brandenburger Tor aufgestellt wird und dass sie das unterstützen,
Ellen Händler: aber eines der größten Verbrecher und Verdiener in der Nazi-Zeit sich so aus
Ellen Händler: dem aktuellen antifaschistischen Leben herausstellen,
Ellen Händler: halte ich für ein ganz schlimmes Zeichen der Rechtsentwicklung in dieser Gesellschaft.
Sabine Nuss: Okay, das hat ein bisschen was von, wie soll ich jetzt sagen,
Sabine Nuss: Ablasshandel sich freigekauft.
Sabine Nuss: Wir legen jetzt euch für die Vereinsarbeit riesige Steine in den Weg,
Sabine Nuss: aber dafür bezahlen wir ein paar Peanuts
Sabine Nuss: aus der Portokasse für den Chanukka-Leuchter vom Brandenburger Tor.
Sabine Nuss: Das ist ehrlich gesagt ein bisschen peinlich.
Eva Völpel: Ja, das ist total peinlich und es ist irgendwie auch echt bitter,
Eva Völpel: wenn man sich klar macht, was für wichtige Ziele der BDA Treptow eigentlich
Eva Völpel: hat und wofür er sich einsetzt.
Eva Völpel: Da hören wir auch nochmal bei Ellen Händler rein.
Ellen Händler: Die Hauptziele ist natürlich Erinnern, die Entwicklung des Faschismus und an
Ellen Händler: die Verfolgung und an den mörderischen System,
Ellen Händler: in dem das Ziel bestand, alles was nicht Nazi ist und was nicht rassisch-deutsch ist, zu vernichten.
Ellen Händler: Wir stellen heute schon fest, dass viele Leute das nicht mehr wissen,
Ellen Händler: viele Kinder wissen das nicht mehr, Wir.
Ellen Händler: Das Schicksal vieler Antifaschisten, die in Treptow wohnen, haben wir aufgearbeitet.
Ellen Händler: Wir haben zum Beispiel Videos, die zeigen das Leben einzelner verfolgter Widerstandskämpfer,
Ellen Händler: ganz unterschiedlicher Menschen.
Ellen Händler: Wichtig für uns ist natürlich die jüdische Verfolgung, die Verfolgung der Kommunisten,
Ellen Händler: der Andersdenkenden, der Gewerkschafter.
Ellen Händler: Also erinnern ist der erste Schwerpunkt. Der zweite Schwerpunkt ist,
Ellen Händler: zu verhindern, dass so etwas wiedergeht.
Ellen Händler: Und wie kann man sowas verhindern?
Ellen Händler: Indem man aufklärt, indem man auch benennt, wie sich die heutige Entwicklung
Ellen Händler: zeigt und indem man ganz aktiv in Schulen,
Ellen Händler: mit Jugendgruppen, aber auch mit Wissenschaftlern zusammenarbeitet.
Ellen Händler: Wir wenden uns natürlich ganz stark gegen Fremdweichendlichkeit,
Ellen Händler: gegen Antisemitismus, gegen Rassismus, gegen die einseitige parteipolitische Orientierung.
Ellen Händler: Wir haben aber in unserer Geschichtsarbeit ganz, ganz stark uns auch den weißen
Ellen Händler: Flecken der antifaschistischen Arbeit in der DDR zugewandt,
Ellen Händler: aufgearbeitet, was es alles auch an Fehlern gab.
Eva Völpel: Ja, das sind mal ein paar Schlaglichter, was die Ziele des Vereins sind.
Eva Völpel: Und ich habe mich ja länger mit Ellen Händler unterhalten und habe gemerkt,
Eva Völpel: Mensch, die machen wirklich wahnsinnig viele und viele tolle Sachen.
Eva Völpel: Also die gehen zur Diskussion in Schulen, die organisieren Kulturveranstaltungen.
Eva Völpel: Sie engagieren sich aber zum Beispiel auch mit anderen Initiativen im Bündnis
Eva Völpel: für Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit
Eva Völpel: gegen die starke Präsenz von FaschistInnen in dem Bezirk.
Eva Völpel: Denn man muss wissen, die NPD hat ihre bundesweite Zentrale im Bezirk Treptow-Köpenick.
Eva Völpel: Es hat natürlich Auswirkungen auch auf so das Leben da in den Straßen und was
Eva Völpel: man da an FaschistInnen so sieht.
Eva Völpel: Und sie versuchen viele Akzente in der Jugendarbeit zu setzen und verlegen zum
Eva Völpel: Beispiel auch im Bezirk Stolpersteine vor den Häusern,
Eva Völpel: um mit dieser Kunstaktion an von den Nazis verfolgte und ermordete Menschen
Eva Völpel: zu erinnern, die in diesen Häusern eben gewohnt haben.
Eva Völpel: Und das machen sie nicht einfach nur so, dass sie da hingehen,
Eva Völpel: sondern, das fand ich halt irgendwie wirklich eine tolle Idee,
Eva Völpel: sie kooperieren dafür mit Schulen, die in der Nähe liegen.
Eva Völpel: Und dann ist der Geschichtskurs zum Beispiel damit beschäftigt,
Eva Völpel: dass er die Geschichte der Verfolgung dieser Menschen aufarbeitet und der Deutschkurs
Eva Völpel: schreibt es dann schön auf und der Musikkurs begleitet dann musikalisch die
Eva Völpel: Stolpersteinverlegung,
Eva Völpel: wenn die dann stattfindet und so weiter.
Eva Völpel: Und wenn sowas unter Druck gerät, dann denkt man einerseits.
Eva Völpel: Leute, das ist völlig absurd und es ist halt richtig bitter angesichts des Rechtsrucks,
Eva Völpel: den wir erleben, aber ehrlich gesagt auch mit Blick auf so die Lebensgeschichte
Eva Völpel: mancher Vereinsmitglieder, etwa wie bei Ellen Händler.
Ellen Händler: Also meine Eltern sind fast die einzigen Überlebenden zweier großen Familien.
Ellen Händler: Die Eltern haben gesagt, wenigstens die Kinder sollen überleben.
Ellen Händler: Und so wurde meine Mutter mit ihrer Schwester zusammen mit Kindertransport nach England geschickt.
Ellen Händler: Der Vater war schon in Buchenwald ermordet worden und die Mutter hat es nicht
Ellen Händler: mehr rausgeschafft. Mein Vater kommt aus einer relativ orthodoxen Familie, aus dem Riesengebirge.
Ellen Händler: Er war zusammen mit seinem Vater im KZ Sachsenhausen.
Ellen Händler: Nach den Novemberpogromen sind ja fast alle jüdischen Männer in die Konzentrationslager
Ellen Händler: gekommen. Und er kam raus und die Familie konnte noch Geld zusammen.
Ellen Händler: Und eine der letzten Züge, die vor dem 1.
Ellen Händler: September 1939 vor Kriegsbeginn noch England erreichten, den hat mein Vater
Ellen Händler: als 18-Jähriger genommen.
Ellen Händler: Und sie haben sich in England kennengelernt und sie sind politisiert worden
Ellen Händler: und haben entschieden, vor allen Dingen mein Vater hat entschieden,
Ellen Händler: mit der Hochzeit meiner Mutter am 17.
Ellen Händler: März 1945 in London.
Ellen Händler: Dass sie nach Deutschland zurückgehen werden, weil sie gesagt haben,
Ellen Händler: die Nazis dürfen es nicht geschafft haben, dass Deutschland judofrei ist.
Ellen Händler: Wir müssen nach Deutschland zurückgehen und wir müssen mithelfen,
Ellen Händler: ein antifaschistisches Land aufzubauen.
Ellen Händler: Sie waren sehr aktive Antifaschisten schon zu DDR-Zeiten und haben mir einen
Ellen Händler: Rucksack für mein Leben gegeben, den ich tragen muss. Ich kann ihn nicht ablegen.
Ellen Händler: Ich muss die antifaschistische Arbeit weiterführen.
Ellen Händler: Und diesen Rucksack, der ist manchmal schwer und der ist auch manchmal unerträglich.
Ellen Händler: Aber ich bin der Meinung, wenn wir das nicht machen, wer soll es dann machen?
Ellen Händler: Und solange ich kann, mache ich das. Ich gehe in Schulen, ich gehe in Jugendeinrichtungen,
Ellen Händler: überall wo man mich lässt, rede ich.
Ellen Händler: Darüber, über das Schicksal meiner Familie und natürlich nicht nur meiner Familie.
Ellen Händler: Und ich habe begonnen, meine Familiengeschichte aufzuschreiben und ich bin schon
Ellen Händler: auf 80 Leute gekommen aus meiner Familie, die die Nazis umgebracht haben.
Ellen Händler: Ich kann nicht anders, ich muss das machen.
Sabine Nuss: Puh, was für eine Familiengeschichte. Es ist ja auch eine unglaubliche Power
Sabine Nuss: bei der Frau Händler, was da so hinter diesem Engagement steckt und eine total wichtige Arbeit.
Sabine Nuss: Und gerade in diesen Zeiten, finde ich, ist es super wichtig,
Sabine Nuss: dass es so eine Vereinsarbeit gibt und dass das nicht unter Druck gerät.
Sabine Nuss: Aber es ist ja nicht das einzige Moment, warum diese Arbeit für Demokratie unter Druck steht.
Sabine Nuss: Also ich will damit sagen, es kommt jetzt nicht alles aus den USA.
Sabine Nuss: Es ist auch in Deutschland selber läuft ja ein sukzessiver Umbau,
Sabine Nuss: habe ich den Eindruck, des Staates in einen autoritären Staat.
Sabine Nuss: Nur um mal ein Beispiel zu nennen, die Bundesregierung baut ja gerade im Familien-
Sabine Nuss: und Bildungsministerium die Förderrichtlinien oben beim Programm Demokratie leben.
Sabine Nuss: Da soll, um es ganz grob zu sagen, mehr Geld in die Bekämpfung von,
Sabine Nuss: in Anführungsstrichen,
Sabine Nuss: Linksextremismus fließen und da natürlich dieser Topf nicht wächst,
Sabine Nuss: bedeutet das, dass das zu Lasten von Projekten gegen den sogenannten Rechtsextremismus geht.
Sabine Nuss: Ich sage jetzt auch immer so genannt und in Anführungsstrichen.
Sabine Nuss: Weil diese Rede von Linksextremismus und Rechtsextremismus, die ist wirklich überholt,
Sabine Nuss: auch wissenschaftlich und auch politisch sehr bedenklich, weil es tut so,
Sabine Nuss: als wäre die Gesellschaft bestehend aus einer guten Mitte und zwei extremen Rändern.
Sabine Nuss: Außerdem setzt man dann links und rechts auch noch gleich.
Sabine Nuss: Das ist überhaupt nicht in keinster Form, entspricht es der Realität und ist
Sabine Nuss: an sich schon eine ideologische Formulierung.
Sabine Nuss: Deshalb immer in Anführungsstrichen.
Sabine Nuss: Auf jeden Fall durch diese Umschiftung, durch diese politische Umschiftung des
Sabine Nuss: Geldes wird auch schon autoritäre Politik betrieben, um es mal so zu sagen.
Sabine Nuss: Und noch dazu hatte die Familien- und Bildungsministerin Karin Prien von der
Sabine Nuss: CDU schon letztes Jahr im August einen Brief geschrieben an ihre Unionsfraktionskollegen,
Sabine Nuss: dass bei diesem besagten Projekt Demokratie leben möchte.
Sabine Nuss: Über eine breit angelegte Verfassungsschutzprüfung im sogenannten Haber-Verfahren
Sabine Nuss: eingeleitet worden sei.
Sabine Nuss: Haber-Verfahren, Eva, kannst du nochmal ganz kurz erklären, was das ist?
Eva Völpel: Ja, Haber-Verfahren ist es benannt nach einer ehemaligen Staatssekretärin.
Eva Völpel: Und das sind eben diese Abfragen, die dann im Hintergrund laufen beim Verfassungsschutz
Eva Völpel: über einzelne Personen oder auch zivilgesellschaftliche Organisationen.
Eva Völpel: Und das ist das, was ja jetzt mit Wolfram Weimers Vorstößen,
Eva Völpel: also dem Kulturstaatsminister, so in die Öffentlichkeit gekommen ist.
Eva Völpel: Aber es stellt sich eben raus, das wird nicht nur bei Wolfram Weimar irgendwie
Eva Völpel: angewandt, sondern eben auch in den anderen Ministerien.
Sabine Nuss: Das ist jetzt genau das Haber-Verfahren, das ist genau das, was jetzt eingesetzt
Sabine Nuss: wurde, um diese drei linken Buchhandlungen auszuschließen von der Preisverleihung,
Sabine Nuss: von der Buchhandelspreisverleihung,
Sabine Nuss: wo es jetzt auch gerade, ich komme gerade von der Buchmesse,
Sabine Nuss: so wirklich tolle Proteste dagegen gab.
Sabine Nuss: Genau, das verweist schon darauf, dass sich auch hier was in eine sehr ungute
Sabine Nuss: Entwicklung bewegt, vor allen
Sabine Nuss: Dingen auch gepusht durch den Bundesinnenminister Dobrindt von der CSU.
Sabine Nuss: Da gibt es auch einen interessanten Artikel in der Taz, den wir euch auch nochmal
Sabine Nuss: in die Shownotes packen, auch nochmal genauer zum Haber-Verfahren und was das ist.
Sabine Nuss: Du denkst natürlich dann auch in diesem Fall immer wieder, naja gut,
Sabine Nuss: wenn man so eine Bundesregierung hat, dann muss man sich nicht wundern,
Sabine Nuss: wenn die AfD immer stärker wird.
Sabine Nuss: Aber Eva, sag mal, wie ging es denn dann konkret beim BDA-Treptow weiter?
Eva Völpel: Ja, der BDA bemüht sich um ein Konto bei der Sparkasse, also Stichwort andere
Eva Völpel: Verpflichtungen der Sparkasse für die öffentliche Versorgung oder Daseinsvorsorge.
Eva Völpel: Und da hören wir nochmal bei Ellen Händler rein.
Ellen Händler: Das Erste, was wir getan haben, wir haben unsere Mitglieder informiert,
Ellen Händler: weil wir ja in die Presse gegeben haben, dass wir gekündigt wurden und weil
Ellen Händler: es natürlich große Ängste bei unseren Mitgliedern gibt,
Ellen Händler: dass man uns verbietet, dass man uns das Geld wegnimmt,
Ellen Händler: dass unsere Arbeit nicht weitergeführt werden kann.
Ellen Händler: Wir haben also in ganz ruhiger und sachlicher Art informiert,
Ellen Händler: dass das Geld also nicht gefährdet ist, dass unsere Arbeit auch nicht gefährdet
Ellen Händler: ist, dass wir unsere Arbeit fortsetzen,
Ellen Händler: aber dass wir uns sehr schnell bemühen, ein neues Konto zu errichten.
Ellen Händler: Wir haben uns jetzt an die Sparkasse gewandt, die Berliner Sparkasse.
Ellen Händler: Die Sparkasse ist ein Grundversorger und muss für Vereine ein Konto errichten.
Ellen Händler: Allerdings dauert es auch schon einen Monat.
Eva Völpel: Ja, Ellen Händler hat dann erzählt, dass sie wirklich super viele Dokumente
Eva Völpel: einreichen mussten bei der Sparkasse und Fragen beantworten als Verein.
Eva Völpel: Unter anderem übrigens auch dazu, ob sie finanzielle Beziehungen in die USA haben.
Eva Völpel: Und das haben sie alles gemacht und jetzt hoffen sie, dass alles gut über die
Eva Völpel: Bühne geht und sie konnte wirklich bald umziehen können.
Eva Völpel: Aber leider muss man feststellen, das zieht sich total.
Eva Völpel: Also Stand jetzt, wir nehmen jetzt am 24.
Eva Völpel: März den neuen Podcast auf, haben sie immer noch kein neues Konto.
Eva Völpel: Sie hat aber auch noch von einem weiteren Problem berichtet.
Eva Völpel: Selbst wenn sie das neue Konto haben, gibt es da noch sozusagen Probleme.
Ellen Händler: Und die Mitglieder müssen ja dann natürlich, und das ist sehr,
Ellen Händler: sehr belastend für uns, für unsere Vereinsarbeit.
Ellen Händler: Ich habe ja sehr viele, sehr alte Leute, die Mitglieder sind.
Ellen Händler: Ob die das noch begreifen, dass sie ihr Geld jetzt auf ein anderes Konto schicken
Ellen Händler: müssen, das weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, dass wir eine ganze Reihe Mitglieder
Ellen Händler: verlieren werden. Ist vielleicht auch Ziel der Übung.
Sabine Nuss: Ja, dieses, dass dann natürlich Mitglieder dabei verloren gehen,
Sabine Nuss: das ist auch was, was man gar nicht so richtig mitdenkt. Das ist echt Mist.
Sabine Nuss: Aber Eva, wenn wir hören, wie jetzt die Zivilgesellschaft, demokratische Vereine
Sabine Nuss: und so weiter, die so eine wichtige Arbeit machen, so unter Druck geraten von
Sabine Nuss: allen Seiten, was kann man tun?
Eva Völpel: Ja, ich würde sagen, erstens auf jeden Fall weiter aufklären und auch zivilgesellschaftlichen
Eva Völpel: Protest organisieren, wenn Organisationen wieder gedebankt werden.
Eva Völpel: Druck auf die Banken ausüben und wenn man das stemmen kann, dann auf jeden Fall auch klagen.
Eva Völpel: Und wer sich näher mit dem Thema befassen möchte, wie gesagt,
Eva Völpel: es gibt diese Initiative Debanking stoppen, die empfehlen wir euch sehr.
Eva Völpel: Zweitens glaube ich, dass wir uns nochmal was ausführlicher mit den Mechanismen
Eva Völpel: hinter Debanking beschäftigen sollten.
Eva Völpel: Und Vorgänge, die Debanking zum Teil auch so ein bisschen entpolitisieren.
Eva Völpel: Also oft scheint es ja so, dass beim Debanking vor allem ökonomische Gründe eine Rolle spielen.
Eva Völpel: Man spricht auch von Economic Debanking. Also wenn Banken halt sagen,
Eva Völpel: okay, wir müssen das jetzt tun, um zum Beispiel Geldwäsche zu verhindern.
Eva Völpel: Aber genau das kann eben verschleiern, dass dahinter auch durchaus politische
Eva Völpel: Vorgaben oder Kriterien stecken und man
Eva Völpel: es vielleicht doch eher mit einem Political-Debanking zu tun haben könnte.
Sabine Nuss: Was ist das? Erklär mal.
Eva Völpel: Also zum einen, die Banken verweisen ja durchaus auch zu Recht darauf,
Eva Völpel: dass sie gar nicht anders können, als so Kunden- und Kontobewegungen zu überwachen.
Eva Völpel: Und bei Verdachtsfällen dann natürlich auch noch ein bisschen mehr.
Eva Völpel: Sie sind da tatsächlich an das Geldwäschegesetz gebunden und sie müssen die
Eva Völpel: Empfehlungen und Vorgaben der
Eva Völpel: BaFin, also der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, befolgen.
Eva Völpel: Die BaFin ist nämlich in Deutschland für alle Banken, aber auch die Finanzdienstleister oder Versicherer.
Eva Völpel: Eben zuständig in Fragen der Prävention von Geldwäsche oder Terrorfinanzierung.
Eva Völpel: Aber interessant wird es, wenn man sich einen weiteren Akteur anschaut,
Eva Völpel: der in Sachen Geldwäsche und Terrorfinanzierung da eine Rolle spielt.
Eva Völpel: Während die BAFI nämlich für die Prävention nur zuständig ist,
Eva Völpel: kommt bei konkreten Verdachtsmeldungen für Terrorfinanzierung und Geldwäsche
Eva Völpel: die Financial Intelligence Unit, FIU, ins Spiel.
Eva Völpel: Und das ist eine beim Zoll angesiedelte Behörde und die analysiert alle Verdachtsmeldungen
Eva Völpel: und wenn sie dann sieht, aha, da haben wir hier einen konkreten Verdacht,
Eva Völpel: dann gibt sie diesen Fall an die Strafverfolgungsbehörden weiter.
Eva Völpel: Und diese FIU, die nimmt jetzt Setzungen vor, indem sie nämlich den Banken sogenannte
Eva Völpel: Kriterienkataloge an die Hand gibt, wie man überhaupt Terrorfinanzierung und
Eva Völpel: Geldwäsche erkennen kann.
Eva Völpel: Und es gibt da zum Beispiel eine Handreichung der FIU, Die nennt sich Typologien
Eva Völpel: der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Eva Völpel: Und da wird neben vielen anderen Kriterien zum Beispiel auch aufgeführt,
Eva Völpel: dass es verdächtig ist, wenn ein Kunde oder eine Kundin sich eben erkennbar
Eva Völpel: radikalisiert oder das Wesen verändert.
Eva Völpel: Das machen sie dann zum Beispiel so fest an Dingen wie Haare,
Eva Völpel: Bart, Tattoos, also man hat auf einmal irgendwie eine andere Haarfrisur,
Eva Völpel: man lässt sich Tattoos machen, man trägt einschlägige Kleidung oder Symbole,
Eva Völpel: was auch immer das dann sein soll, einschlägige Kleidung.
Eva Völpel: Sie machen es aber auch fest an szenetypischer Kleidung oder bekannten Symbolen
Eva Völpel: und vor allem auch daran, wenn der Kunde oder die Kundin Kritik an der Regierung äußert bzw.
Eva Völpel: An aktuellen staatlichen oder polizeilichen Maßnahmen.
Sabine Nuss: Aha, also da musste man echt schon ein bisschen lachen.
Sabine Nuss: Das heißt, wenn ich jetzt mit dem Antifa-Sticker in die Bank gehe,
Sabine Nuss: dann mache ich mich quasi schon verdächtig.
Sabine Nuss: Also bestimmt nicht als einziges Kriterium, aber es ist schon ein bisschen absurd,
Sabine Nuss: dass man auch von Wesensveränderungen da spricht in diesen Kriterien.
Sabine Nuss: Ich kann nur sagen als Tipp an alle, die sich in irgendeiner Form an der Antifa
Sabine Nuss: zuordnen, die beste Kommunikationsgeräte, die man machen kann,
Sabine Nuss: tragt Anzüge und Kostüm.
Eva Völpel: Ja, auf jeden Fall. Ja klar, Sabine, du hast es schon erwähnt.
Eva Völpel: Das ist natürlich bei der FIU in diesen Empfehlungen nur eine kleine Auswahl
Eva Völpel: in einem großen Katalog von möglichen Anhaltspunkten, die halt die Banken prüfen sollen.
Eva Völpel: Aber der Punkt macht klar, dass es unterhalb der gesetzlichen Ebene,
Eva Völpel: ebenso durch Verordnungen oder so Kriterienkataloge, dass da Bedingungen geschaffen werden können,
Eva Völpel: um die Banking gegen politisch unliebsame Organisationen voranzutreiben.
Eva Völpel: Und das kriegen wir ja gar nicht mit.
Eva Völpel: Also nach welchen Kriterien diese, FIU da Dinge prüfen lassen will.
Eva Völpel: Und auf einen dieser Punkte weist auch die linke Bundestagsabgeordnete Lisa Schubert hin.
Eva Völpel: Und mit dem Büro von ihr hatte ich im Vorfeld zu dem Podcast auch Kontakt.
Eva Völpel: Und das Büro schrieb unter anderem.
Eva Völpel: Politisch motiviertes Debanking, das sei eben nicht allein ein Souveränitätsproblem
Eva Völpel: gegenüber einer US-Administration,
Eva Völpel: denn auch die nationale Sicherheitsarchitektur hier bei uns,
Eva Völpel: die biete ein Einfallstor für die politische Einflussnahme durch deutsche Behörden,
Eva Völpel: wenn es um die Bekämpfung von Geldwäsche geht.
Eva Völpel: Denn deutsche Behörden, die können eben solche sogenannten untergesetzlichen
Eva Völpel: Spielräume nutzen und den Prüfaufwand für Banken so in die Höhe treiben,
Eva Völpel: dass diesen mutmaßlich wenig anderes übrig bleibt, als politisch unliebsame
Eva Völpel: Organisationen oder Vereinen eben das Konto zu kündigen.
Eva Völpel: Also so die Einschätzung aus dem Büro von Lisa Schubert.
Eva Völpel: Und die Bundestagsabgeordnete selber fordert, Zitat, die Geldwäscheverordnung
Eva Völpel: darf seitens deutscher Behörden nicht über sachliche Kriterien hinaus als Druckmittel
Eva Völpel: gegen zivilgesellschaftliche Vereine genutzt werden.
Eva Völpel: Und ich finde, das ist wirklich ein total wichtiger Punkt.
Eva Völpel: Dass man sich eigentlich stärker damit beschäftigen muss, welche Einflussmöglichkeiten
Eva Völpel: gibt es sozusagen im Hintergrund auf diese Kriterien fürs Debanking und welche
Eva Völpel: Einflüsse nimmt da vermutlich auch der Verfassungsschutz,
Eva Völpel: der sicherlich an der einen oder anderen Stelle dann eben auch zu Rate gezogen
Eva Völpel: wird, ohne dass wir das mitbekommen.
Eva Völpel: Und das Büro von Lisa Schubert hat zu dem ganzen Thema Debanking vor kurzem
Eva Völpel: eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt.
Eva Völpel: Die Antworten sind auch schon da und die sind auch interessant.
Eva Völpel: Da verlinken wir also in den Shownotes nochmal drauf.
Sabine Nuss: Darauf hattest du mich ja auch schon im Vorfeld unserer Sendung hingewiesen
Sabine Nuss: und ich habe da nochmal ganz kurz drauf geguckt.
Sabine Nuss: Und da ist ja so, dass die Kritik der linken Fraktion sich ja noch an einem
Sabine Nuss: weiteren Punkt festmacht, nämlich an dieser sogenannten EU-Blocking-Verordnung
Sabine Nuss: und wie sie eben in Deutschland gerade nicht genutzt wird,
Sabine Nuss: um solche Vereine zu schützen vor den Sanktionswirkungen etwa aus den USA.
Sabine Nuss: Und es ist eher so, dass die Bundesregierung Vereine mit ihrer laissez-faire-Haltung
Sabine Nuss: gegenüber den Banken eher so im Regen stehen lässt.
Sabine Nuss: So ist ja auch der Vorwurf der Linksfraktion.
Sabine Nuss: Aber vielleicht kannst du nochmal ganz kurz auf diese Blocking-Verordnung eingehen.
Eva Völpel: Ja, die EU-Blocking-Verordnung, die wurde eben beschlossen,
Eva Völpel: um Unternehmen und Bürger in der EU vor der Anwendung ausländischer Sanktionen
Eva Völpel: zu schützen, also insbesondere vor US-Sanktionen, die in der EU eben als unrechtmäßig gelten.
Eva Völpel: Und EU-Unternehmen wird unter Strafe eben verboten, bestimmte Sanktionen dann zu befolgen.
Eva Völpel: Und das war zum Beispiel der Fall bei den US-Sanktionen gegenüber dem Iran oder
Eva Völpel: Kuba, wo halt die EU gesagt hat, none of our business, also diese Sanktionen
Eva Völpel: gelten nicht für uns, die gelten nicht in Europa, die haben wir nicht erlassen, ne.
Eva Völpel: Die Verordnung, die gilt auch in Deutschland und man könnte jetzt eigentlich
Eva Völpel: sagen, hey, ist doch eine super Sache, da haben wir schon eine Lösung,
Eva Völpel: um Trumps Rachefeldzug gegen die Antifa so ein bisschen auszubremsen oder auch,
Eva Völpel: wenn es jetzt um den Internationalen Strafgerichtshof geht.
Eva Völpel: Aber man kann sich anschauen, dass selbst bei diesem Fall des Internationalen
Eva Völpel: Strafgerichtshofes sich da bisher nichts tut.
Eva Völpel: Also das EU-Parlament hat jetzt schon zum zweiten Mal gefordert,
Eva Völpel: zuletzt im Februar, dass die EU-Blocking-Verordnung in diesem Fall des Internationalen
Eva Völpel: Strafgerichtshofes angewandt werden soll.
Eva Völpel: Aber das ist nach meinem Stand bisher nicht passiert. Und ja,
Eva Völpel: man kann jetzt nur mutmaßen, dass das nicht passiert, weil man eben zu großen
Eva Völpel: Ärger mit den USA irgendwie aus dem Weg gehen will.
Eva Völpel: Und leider ist auch von der Bundesregierung für den Fall der Fälle eben wenig zu erwarten.
Eva Völpel: Die sagt zwar auf der einen Seite in dieser Anfrage der linken Bundestagsfraktion,
Eva Völpel: ja, ja, wir lehnen die extraterritoriale Anwendung von Sanktionen auch grundsätzlich ab.
Eva Völpel: Also Sanktionen, die wir nicht erlassen haben und die eigentlich in einem anderen
Eva Völpel: Land gelten, die dürfen nicht bei uns irgendwie einfach so angewendet werden.
Eva Völpel: Und die Bundesregierung verweist auch auf diese Blocking-Verordnung,
Eva Völpel: aber letztlich sagt sie dann mit Blick auf die Banken und dazu jetzt nochmal ein Zitat.
Eva Völpel: Sofern Verbindungen europäischer Kreditinstitute oder Zahlungsdienstleister
Eva Völpel: zur US-Jurisdiktion bestehen, kann es für dies Unternehmen geschäftspolitische
Eva Völpel: Gründe geben, US-Sanktionsmaßnahmen zu beachten.
Eva Völpel: Es liegt zunächst grundsätzlich in der Verantwortung der jeweiligen Kreditinstitute,
Eva Völpel: unter Abwägung von Kosten-Nutzen-Aspekten sowie unter Risikogesichtspunkten
Eva Völpel: über die Aufrechterhaltung von Geschäftsbeziehungen bzw.
Eva Völpel: Vertragsverhältnissen zu entscheiden.
Sabine Nuss: Okay, also so ein bisschen, naja, Hand aufs Herz.
Sabine Nuss: Es ist jetzt am Ende doch so, dass die Banken im Zweifel machen können, was sie wollen.
Eva Völpel: Ja, so klingt das.
Sabine Nuss: Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch nochmal daran erinnern,
Sabine Nuss: dass die Vereinsfreiheit ja eigentlich ein grundgesetzlich geschütztes Gut ist.
Sabine Nuss: Und dass Vereine zwar keinen direkten Rechtsanspruch auf ein Konto haben,
Sabine Nuss: also anders als übrigens mittlerweile wieder Privatpersonen,
Sabine Nuss: also Stichwort jedermann- oder-jeder-Frau-Konto.
Sabine Nuss: Aber dass es durchaus viele Juristinnen gibt, die sagen, ohne ein Konto ist
Sabine Nuss: ein Verein eigentlich gar nicht arbeitsfähig.
Sabine Nuss: Das heißt, die Vereinsfreiheit, so sage ich das jetzt mal, ist kein abstraktes Gut.
Sabine Nuss: Da muss auch ganz konkret dann sichergestellt sein, dass Vereine auch wirklich
Sabine Nuss: aktiv sich betätigen können.
Sabine Nuss: Sonst ist es mit der Vereinsfreiheit, die per Grundgesetz geschützt ist, eben nicht weit her.
Eva Völpel: Genau, das ist auch ein Punkt, den in der aktuellen Debatte auch nochmal die
Eva Völpel: Gesellschaft für Freiheitsrechte stark gemacht hat.
Sabine Nuss: Super Eva, vielen, vielen Dank für den Deep Dive ins D-Banking und den ganz
Sabine Nuss: konkreten Blick, was das für Auswirkungen hat für den jetzt am Beispiel vom BDA in Treptow.
Sabine Nuss: Hast du noch einen Punkt, der zum Thema, was müssen wir tun, wichtig wäre?
Eva Völpel: Ja, ich reiße den hier aber nur kurz an. Ich meine, letztlich spielt in das
Eva Völpel: ganze Thema ja diese Frage der europäischen Souveränität von US-Finanzdienstleistern rein.
Eva Völpel: Wir hatten das ja zu Beginn, diese Beispiele, was passiert, wenn die USA jetzt
Eva Völpel: zum Beispiel aus geopolitischen Erwägungen Unternehmen wie Paypal,
Eva Völpel: Mastercard oder Visa anweist, Dienstleistungen in Europa nicht mehr zur Verfügung zu stellen.
Eva Völpel: Das ist ja leider alles vorstellbar. Und das wirft natürlich die ganz große
Eva Völpel: Frage danach auf, wie wir unabhängiger von den USA und diesen Finanzdienstleistern werden.
Eva Völpel: Und letztlich kommt damit die Frage nach dem digitalen Euro um die Ecke.
Eva Völpel: Das ist ja ein Projekt, das von der Europäischen Zentralbank gerade vorangetrieben wird.
Eva Völpel: Um uns tatsächlich, uns jetzt sage ich mal, angeblich mehr Souveränität zu bieten.
Eva Völpel: Aber da ist natürlich die Frage, ist denn der digitale Euro,
Eva Völpel: so wie die EZB sich das vorstellt oder auch die jeweiligen europäischen Regierungen,
Eva Völpel: ist das denn ein Projekt, das im Moment sozusagen unsere Kriterien erfüllen
Eva Völpel: würde, was jetzt so Architektur des digitalen Euro angeht, Einsatzmöglichkeiten und auch Datenschutz?
Eva Völpel: Also das ist auf jeden Fall ein großes Thema, was man sich mal angucken sollte
Eva Völpel: und vielleicht machen wir ja mal eine Folge dazu.
Sabine Nuss: Spannend, gute Idee. Also nochmal vielen, vielen Dank für die Recherche.
Sabine Nuss: Ich fand es super spannend.
Sabine Nuss: Und jetzt kommen wir zu unserer üblichen Rubrik Mitbringsel.
Sabine Nuss: Vielleicht fange ich mal ganz kurz an, weil es sehr nah ist am Thema.
Sabine Nuss: Vielleicht Eva, du hast jetzt gerade als mögliche Alternative den digitalen Euro genannt.
Sabine Nuss: Vielleicht wäre eine mögliche Alternative auch die Idee, dass es überhaupt gar
Sabine Nuss: kein Geld geben würde in der Welt.
Eva Völpel: Aha.
Sabine Nuss: Und wir überhaupt nicht abhängig wären von Geld, sondern auf andere Weise uns ernähren könnten.
Sabine Nuss: Und ich spreche das jetzt deshalb an. Ich sage das jetzt nur,
Sabine Nuss: weil ich mache jetzt mal ganz frech Eigenwerbung.
Sabine Nuss: Ich ahne schon, worum ich. ja, zusammen mit Michael Heinrich in der hervorragenden
Sabine Nuss: Heftreihe Maro-Hefte im Maro-Verlag ein Essay geschrieben habe.
Sabine Nuss: Ich hole es hier mal raus.
Sabine Nuss: Es ist gerade auf der Buchmesse vorgestellt worden. Das hat den Titel Tausch
Sabine Nuss: und Täuschung, wie wir Geld machen.
Sabine Nuss: Und da spielen wir so ein bisschen durch, ob eine Welt ohne Geld möglich wäre,
Sabine Nuss: wie wir Geld überhaupt machen in dieser Welt, ob es vielleicht sogar besser wäre.
Sabine Nuss: So einen kleinen utopischen Überschuss hat das. Und genau, deshalb bin ich jetzt drauf gekommen.
Eva Völpel: Super.
Sabine Nuss: Genau, das ist mein Mitbringsel.
Eva Völpel: Sehr schön. Das bringen wir euch auch in die Shownotes. Und Sabine ist immer
Eva Völpel: so produktiv. Fast jedes Mal haben wir hier ein neues Buch, einen neuen Aufsatz.
Sabine Nuss: Ja, das ist jetzt aber mal Schluss dieses Jahr. Wird nichts Neues mehr geschrieben.
Eva Völpel: Okay, ich finde es toll. Ja, ich bin, ah ja. Okay, stimmt gar nicht. Okay, ich bin gespannt.
Sabine Nuss: So Eva, jetzt du. Was ist dein Mitbringsel?
Eva Völpel: Ja, ich möchte enden mit einem Zitat nochmal von Ellen Händler und ihrem Verein,
Eva Völpel: weil die antifaschistische Arbeit für die Demokratie ja gerade an so vielen
Eva Völpel: Stellen in diesem Land stärker unter Druck gerät.
Ellen Händler: Ich finde, wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen.
Ellen Händler: Ich finde, es ist erschreckend, in welcher politischen Entwicklung wir uns gerade befinden.
Ellen Händler: Und wir müssen sehr, sehr aufmerksam sein, was noch alles kommt.
Ellen Händler: Ich gehe davon aus, das ist der Anfang und ich sehe keine wirkliche politische gewichtige Kraft,
Ellen Händler: die dagegen hält und deswegen sind wirklich alle Demokraten gefragt,
Ellen Händler: sich unterzuhaken und gemeinsam zu sein gegen diese Rechtsentwicklung,
Ellen Händler: gegen diese rechtsextremistische Entwicklung, diese Gewaltentwicklung,
Ellen Händler: diesen Ausländer, diesen Rassismus.
Ellen Händler: Wenn wir nicht dagegenhalten, dann sind wir da, wo meine Familie versucht wurde auszulöschen.
Sabine Nuss: Ja, in diesem Sinne, liebe Leute, Antifaschismus ist keine Organisation,
Sabine Nuss: es ist eine Haltung, der wir uns alle, bin ich sicher, anschließen können und sollten.
Eva Völpel: Ja, es ist erste Bürgerinnenpflicht, möchte ich noch dazu sagen.
Eva Völpel: Genau, das war es von uns heute. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht.
Sabine Nuss: Schreibt uns, wie immer, wenn ihr Anregungen und Kritik habt,
Sabine Nuss: an die Mailadresse armutszeugnis at rosalux.org. Und ich sage, auf Wiederhören.
Eva Völpel: Bis zum nächsten Mal.
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