#24: Vermögenssteuer: Ran an die Milliarden!

Shownotes

Bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr könnte eine Vermögenssteuer einbringen, die vor allem auf die Multimillionärinnen und Milliardärinnen in diesem Land abzielt. Das zeigt eine neue Studie des Steuerexperten Stefan Bach und Kollegen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die u.a. im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung entstanden ist. Anlass für uns, erneut auf die Verteilung der großen Vermögen zu schauen. Über die wird gerade wieder intensiver diskutiert: Die SPD hat eine Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer ins Gespräch gebracht, der bekannte Ökonom und Ungleichheitsforscher Gabriel Zucman kürzlich sein schon jetzt viel beachtetes Buch „Reichensteuer. Aber richtig!“ vorgelegt, in dem er für sein Konzept einer weltweiten Mindeststeuer auf extrem hohe Vermögen bzw. Milliardenvermögen wirbt. Wir sprechen darüber, wie und warum wir extremen Reichtum anders besteuern sollten - aber auch, warum das alleine nicht ausreicht, wenn man Ungleichheit bekämpfen will.

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Shownotes: Neue DIW-Studie im Auftrag u.a. der Rosa-Luxemburg-Stiftung: Vermögensteuer Die Linke - Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie ausgewählte Presseschau von Tom Strohschneider zur Veröffentlichung der Studie auf Substack: Vermögensteuer, »Schlüsselloch«, Epstein - Linksdings

Gabriel Zucman im Gespräch bei Jung und Naiv: Ökonom Gabriel Zucman über die Besteuerung von Milliardären - Jung & Naiv: Folge 806 sowie Zucman, Gabriel (2026): Reichensteuer. Aber richtig! Suhrkamp. Berlin.

Völpel, Eva: Vermögensteuer: Zum Nachteil der Mittelschicht? Vermögensteuer: Zum Nachteil der Mittelschicht? - Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dieses FAQ ist Teil des aktuellen RLS-Februardossiers „Niemand muss Milliardär sein“: Dossier: Niemand muss Milliardär sein - Rosa-Luxemburg-Stiftung. Darin findet Ihr auch unsere in der Sendung erwähnte neue juristische Studie zur Vermögensteuer von Stefan Bornecke sowie unsere neue Publikation „Ungleichland. Grafiken und Fakten zu Deutschland“: Ungleichland - Rosa-Luxemburg-Stiftung

Trautvetter, Christoph (2024): Fallstudien zur Steuergerechtigkeit. Der Fall Susanne Klatten. 241118FallstudieSusanne-Klatten_Druck.pdf

Jirmann, Julia/Trautvetter, Christoph (2023): Milliardenvermögen in Deutschland. Lücken der Reichtumserfassung und –besteuerung. Vorschlag für einen alternativen Reichtumsbericht. Working paper der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 316. Milliardenvermögen in Deutschland. Lücken der Reichtumserfassung und -besteuerung – Vorschlag für einen alternativen Reichtumsbericht

Oxfam/Netzwerk Steuergerechtigkeit (2024): Keine Angst vor Steuerflucht. 100 Jahre demokratische Gegenmaßnahmen und ihre Bedeutung für die Besteuerung deutscher Milliardenvermögen. Oxfam-Netzwerk-Steuergerechtigkeit-2024_Keine-Angst-vor-Steuerflucht.pdf

Zur aktuellen Debatte um eine Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer: LdN464 Koalition streitet über Vermögensverteilung: Kommt die Erbschaftssteuer für Reiche? – Lage der Nation

Nuss, Sabine (2026): Der verdrängte Kapitalismus. Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik. Ein Gesprächsband mit Andrej Holm, Stephan Kaufmann, Antonella Muzzupappa und Ingo Stützle. Karl Dietz Verlag Berlin.

NDR/Panorama (2025): Stiftung Familienunternehmen: Lobby für Superreiche? Panorama: Stiftung Familienunternehmen: Lobby für Superreiche? - hier anschauen

Transkript anzeigen

Sabine Nuss: Herzlich willkommen zur 24. Folge von Armutszeugnis, dem Wirtschaftspodcast

Sabine Nuss: der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Sabine Nuss: Hallo an alle, die uns gerade zuhören. Hallo Eva.

Eva Völpel: Hallo Sabine.

Sabine Nuss: Wir wollen heute über die Vermögenssteuer reden und damit über Vermögen.

Sabine Nuss: Und das ist das, was wahrscheinlich die allerwenigsten von uns haben.

Sabine Nuss: Dazu gehören Geld und Sachvermögen, Unternehmen, Häuser, Autos,

Sabine Nuss: teurer Schmuck, Kunstwerke, zum Beispiel euer Picasso im Wohnzimmer.

Sabine Nuss: Und es ist ja allgemein bekannt und auch unbestritten, dass genau beim Vermögen

Sabine Nuss: die Ungleichheit in den letzten Jahren massiv zugenommen hat.

Sabine Nuss: Und, so wird auch gesagt, zu Recht, eine solche Ungleichheit stellt Gesellschaften

Sabine Nuss: vor ernsthafte Probleme, insbesondere was die Demokratie angeht,

Sabine Nuss: da mit einem sehr konzentrierten Reichtum eine unermessliche Macht verbunden ist.

Sabine Nuss: Aber glücklicherweise ist das Thema wieder oder endlich in der öffentlichen Debatte.

Sabine Nuss: Sogar die SPD hat jüngst einen Vorschlag gemacht, der diese Vermögenskonzentration

Sabine Nuss: ein bisschen eindämmen soll.

Sabine Nuss: Dazu wollte sie unter anderem die Erbschaft und Schenkungssteuer reformieren,

Sabine Nuss: was aber die Union direkt abgewatscht hat.

Eva Völpel: Ja, beziehungsweise der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn, der versucht das jetzt

Eva Völpel: so ein bisschen auszusitzen und zu schieben als Thema.

Sabine Nuss: Und jetzt gerade hat ja auch die SPD, die macht jetzt so ein bisschen sozialdemokratische

Sabine Nuss: Zuckung derzeit in den Medien.

Sabine Nuss: Die Bild hat sogar getitelt SPD probt den Klassenkampf.

Sabine Nuss: Genau, warum aber das Thema auch in der Öffentlichkeit ist, ist,

Sabine Nuss: dass derzeit der sehr bekannte französische Ökonom und Ungleichheitsforscher

Sabine Nuss: Gabriel Suquemant mit seinem neuen Buch durch die Lande zieht.

Sabine Nuss: Und dieses Buch ist bei Surkamp erschienen in deutscher Übersetzung, jetzt gerade am 6.

Sabine Nuss: Februar und trägt den Titel Reichensteuer, aber richtig.

Sabine Nuss: Und darin stellt er sein Konzept einer weltweiten Mindeststeuer und zwar auf

Sabine Nuss: extrem hohe Vermögen vor. Das Konzept ist nicht ganz neu, es wird schon eine

Sabine Nuss: Weile international diskutiert.

Sabine Nuss: Sigmar hat ja schon vor ein paar Jahren ein Buch publiziert mit dem Titel Triumph

Sabine Nuss: der Ungerechtigkeit, mit einem ganz ähnlichen Thema schon und jetzt war er aus

Sabine Nuss: Anlass seiner Neuerscheinung in Berlin, hat Vorträge gehalten,

Sabine Nuss: längere Interviews gegeben.

Sabine Nuss: Eins davon wollen wir auch an der Stelle kurz empfehlen, nämlich so einen richtig

Sabine Nuss: lohnenswerten Deep Dive könnt ihr bei Jung und Naiv hören.

Sabine Nuss: Das packen wir euch in die Shownotes. Und last but not least,

Sabine Nuss: gerade am vergangenen Freitag auch, auch am 6.

Sabine Nuss: Februar, ist eine super wegweisende Studie vorgestellt worden auf der Bundespressekonferenz.

Sabine Nuss: Und zwar hat sich der bekannte Steuerexperte Stefan Bach vom Deutschen Institut

Sabine Nuss: für Wirtschaftsforschung mit seinem Team mal näher angeguckt,

Sabine Nuss: was eigentlich eine reaktivierte Vermögensteuer nach dem Konzept der Linken einbringen würde.

Sabine Nuss: Reaktiviert, weil sie war ja mal aktiv und das hatten wir auch in unserem Podcast

Sabine Nuss: schon öfter mal erwähnt, sie ist seit 1997 in Deutschland ausgesetzt.

Sabine Nuss: Der Auftrag für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung,

Sabine Nuss: also für den Steuerexperten Bach und sein Team, der kam von der Linken selbst

Sabine Nuss: und zwar von der Fraktion Die Linke im Bundestag, aber auch,

Sabine Nuss: Achtung, jetzt kommt ein schönes Wort,

Sabine Nuss: von der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der linken Fraktion in den Landtagen

Sabine Nuss: und mitbeauftragt hat auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Sabine Nuss: Und so viel dazu schon so ein bisschen gespoilert.

Sabine Nuss: Eine der Ergebnisse der Studien, sicherlich eines der interessantesten Ergebnisse

Sabine Nuss: war, wie viel würde denn der Staat einnehmen, käme es zu einer Vermögenssteuer,

Sabine Nuss: wie es die Linke vorschlägt.

Sabine Nuss: Und das wäre ziemlich viel, ne Eva?

Sabine Nuss: Mindestens 100, aber durchaus auch bis zu 150 Milliarden Euro wird da ausgerechnet.

Sabine Nuss: Und das ist doch mal ein echtes Pfund. Pro Jahr, genau. Genau,

Sabine Nuss: das ist doch mal ein echtes Pfund,

Sabine Nuss: mit dem man in den politischen Auseinandersetzungen gut punkten kann.

Sabine Nuss: 150 Milliarden Euro im Jahr. Ich habe mal ausgerechnet, ich könnte dafür 50.000 Bugattis kaufen.

Sabine Nuss: Also so ein Luxusauto, was drei Millionen Euro kostet.

Eva Völpel: Okay.

Sabine Nuss: Das ist jetzt nicht unbedingt mein naheliegendstes Interesse.

Sabine Nuss: Ich könnte aber auch allen EinwohnerInnen Berlins, wenn ich das Geld hätte,

Sabine Nuss: circa 3,7 Millionen, ein Einfamilienhaus schenken.

Sabine Nuss: Also ich habe da so ein bisschen überlegt, was ich alles mit dem Geld machen könnte.

Sabine Nuss: Aber es ist ja nicht für mich gedacht, leider, sondern es ist für den Staat

Sabine Nuss: gedacht, man könnte auf jeden Fall mit diesem Geld alle maroden Schulen sanieren.

Sabine Nuss: Man könnte Kinderarmut beseitigen, man könnte Wohnungen bauen und von einer

Sabine Nuss: irgendwann vielleicht mal funktionierenden Bahn möchte ich gar nicht träumen.

Sabine Nuss: Also es lohnt sich, das Thema Vermögenssteuer nochmal genauer anzugucken,

Sabine Nuss: gerade auch, weil da so viele Mythen wieder drumherum ranken.

Sabine Nuss: Und wir gucken uns an, was es bringen könnte und wie weit es überhaupt hinreichen

Sabine Nuss: kann, um diese massive Ungleichheit zu überwinden.

Sabine Nuss: Und du, Eva, hast dir das dankenswerterweise alles ein bisschen näher angeguckt.

Eva Völpel: Ich habe mir die Studien näher angeguckt und noch ein paar andere Dinge.

Eva Völpel: Und ja, dein letzter Hinweis, der katapultiert uns richtig rein in so eine gewisse

Eva Völpel: Spannung oder eine Ambivalenz bei diesem Thema.

Eva Völpel: Die auch vielleicht diese Sendung dann so ein bisschen durchzieht,

Eva Völpel: denn einerseits müssen wir unbedingt für eine Vermögensteuer kämpfen,

Eva Völpel: ich zumindest bin unbedingt dafür und ich glaube, du bist auch unbedingt dafür,

Eva Völpel: kann ich jetzt schon mal sagen.

Sabine Nuss: Ja, auf jeden Fall.

Eva Völpel: Aber andererseits ist halt das Dilemma, damit springen wir dann letztlich doch

Eva Völpel: immer noch zu kurz, wenn wir die Ungleichheit wirklich bekämpfen wollen.

Eva Völpel: Und du hast ja kürzlich ein sehr schönes Buch herausgebracht,

Eva Völpel: das kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen, mit dem Titel Der verdrängte

Eva Völpel: Kapitalismus, Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik.

Eva Völpel: Das ist ein Gesprächsband und darin widmet ihr euch unter anderem auch nochmal

Eva Völpel: dieser Frage der Vermögensbesteuerung.

Eva Völpel: Und da wollen wir dann später im Verlauf der Sendung nochmal drauf eingehen,

Eva Völpel: weil ihr nämlich genau diese Ambivalenz, die das Thema hat, euch nochmal genauer vornehmt.

Eva Völpel: Ich finde, wenn wir jetzt in diese erstmal sehr realpolitischen Auseinandersetzungen

Eva Völpel: einsteigen um eine Vermögenssteuer,

Eva Völpel: Dann ist eigentlich der Titel zu dem Kapitel, über das wir später sprechen,

Eva Völpel: das ist ein Zitat von dem Marx-Kenner und politischem Ökonomen Ingo Stützle.

Eva Völpel: Der ist da, finde ich, irgendwie sehr gut leitend und der kann diese Sendung

Eva Völpel: sehr gut klammern. Da heißt es nämlich Vermögensteuer, jeder Geländegewinn zählt.

Eva Völpel: Und das, finde ich, bringt es total super auf den Punkt.

Sabine Nuss: Jeder Geländegewinn zählt, aber für den Einstieg, Eva, kannst du nochmal ganz

Sabine Nuss: kurz uns sagen, Wie genau schaut das jetzt aus mit der Vermögensverteilung?

Sabine Nuss: Was sagt diese Studie? Weil es

Sabine Nuss: heißt ja immer, man könnte das so schwer beziffern, was die Vermögenden...

Eva Völpel: Das ist auch grundsätzlich nicht ganz so einfach, weil die Reichsten sich eben

Eva Völpel: nicht gerne in die Karten schauen lassen und bei entsprechenden Haushaltsbefragungen

Eva Völpel: dann auch sehr zurückhaltend sind.

Eva Völpel: Und weil die Vermögensteuer nicht mehr erhoben wird, haben wir auch kein Vermögensregister

Eva Völpel: darüber. Aber es ist so, dass Stefan Bach und sein Team sich jetzt wirklich

Eva Völpel: die besten verfügbaren wissenschaftlichen Daten angeschaut haben.

Eva Völpel: Die haben die miteinander kombiniert und dann wird das fortgeschrieben mit Blick

Eva Völpel: auf die Entwicklung der Vermögenspreise für den Stand ganz aktuell für 2026.

Eva Völpel: Und dabei kommt eben raus, mittlerweile gehören fast 70 Prozent des gesamten

Eva Völpel: privaten Nettovermögens, also das ist das Vermögen abzüglich aller Schulden.

Eva Völpel: Den oberen 10 Prozent in der Bevölkerung.

Eva Völpel: Und die mittleren 40 Prozent, die haben knapp 30 Prozent davon und die gesamte

Eva Völpel: untere Hälfte der Bevölkerung, die hat quasi gar nichts oder so Brosamen könnte man sagen.

Eva Völpel: Ja, die besitzen gerade mal 1,2 Prozent des gesamten privaten Nettovermögens in diesem Land.

Eva Völpel: Und damit zeigen die Daten halt, dass die Ungleichheit seit den letzten Erhebungen

Eva Völpel: dieser Art nochmal größer geworden ist.

Eva Völpel: Und ich finde, das ist jetzt auch nicht so richtig überraschend, wenn man sich anschaut,

Eva Völpel: wie sich einerseits zum Beispiel die Reallöhne in den letzten Jahren entwickelt

Eva Völpel: haben und wie andererseits ganz

Eva Völpel: massiv die großen Vermögen und Vermögensanlagen wieder gewachsen sind.

Eva Völpel: Oxfam hatte da jetzt auch zum Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos

Eva Völpel: wieder eine schöne Zahl ausgegraben.

Eva Völpel: Die haben da nämlich gesagt, seit 2020 ist das Vermögen der MilliardärInnen

Eva Völpel: jetzt weltweit betrachtet.

Eva Völpel: Inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent gestiegen.

Sabine Nuss: Krass.

Eva Völpel: 80-prozentige Reallohnsteigerung, ja, das wäre doch mal was, oder Sabine?

Sabine Nuss: Ja, allerdings.

Eva Völpel: Und das heißt, jetzt wieder zurück auf Deutschland geblickt.

Eva Völpel: Wir sehen also an den Zahlen zur Vermögensverteilung, Deutschland zementiert

Eva Völpel: weiterhin seinen Platz als eine der ungleichsten Demokratien der Welt.

Eva Völpel: Und wenn man diese Zahlen sich anschaut, dann muss man dazu sogar immer noch

Eva Völpel: wissen, die sind sogar immer noch konservativ gerechnet, ja.

Eva Völpel: Weil sich die Datenlage zu den Top-Vermögen in den letzten Jahren zwar verbessert

Eva Völpel: hat, aber sie ist halt immer noch nicht komplett lückenlos.

Sabine Nuss: Das klingt alles tatsächlich irre, aber diese Zahlen, also diese 10 Prozent

Sabine Nuss: gehören 70 Prozent und so, kann man das nochmal ein bisschen plastischer runterbrechen?

Sabine Nuss: Also wie viele, ich sage jetzt mal Familienclans, sind denn hierzulande stinkreich?

Sabine Nuss: Ich sage jetzt mal Familienclans, weil es immer so schön heißt Familienunternehmen.

Sabine Nuss: Wie viel haben die so in ihrem Besitz?

Eva Völpel: Okay, wir machen dazu mal ein kleines Ratespiel. Das ist nicht von mir.

Eva Völpel: Das stammt von der Entwicklungsorganisation Oxfam und auch die Ungleichheitsforscherin

Eva Völpel: Martina Linatas hat das in ihrem Buch benutzt und die hat da mal auch eine Umfrage

Eva Völpel: zu auf Instagram gemacht.

Eva Völpel: Also Sabine, wenn du jeden Monat eine Million Euro geschenkt bekämpfst,

Eva Völpel: wie lange würde es dauern, bis du so reich wärst, wie der reichste Mensch,

Eva Völpel: man muss sagen Mann, in Deutschland?

Eva Völpel: Wären das entweder 34 Jahre oder 340 Jahre oder 3400 Jahre?

Eva Völpel: Also im Jahr hast du dann insgesamt 12 Millionen Euro. Wie lange dauert das?

Sabine Nuss: Also wenn du das jetzt schon so fragst, dann reichen würde mir das erste,

Sabine Nuss: 34 Jahre weiß ich gar nicht.

Sabine Nuss: Aber ich würde mal sagen, ich mache jetzt mal die Mitte.

Eva Völpel: Ah, 340 Jahre.

Sabine Nuss: 340 Jahre, ja.

Eva Völpel: Okay, das ist leider falsch, weil es ist noch krasser.

Sabine Nuss: Ehrlich gesagt habe ich mir das schon fast gedacht.

Eva Völpel: Du wärst nach 3400 Jahren theoretisch so reich wie Dieter Schwarz,

Eva Völpel: der Unternehmer, der das Kaufhandelsimperium Lidl und Kaufland unter anderem hat.

Eva Völpel: Der war zumindest zu dem damaligen Zeitpunkt über 40 Milliarden Euro reich.

Sabine Nuss: Mhm.

Eva Völpel: Und noch mal zur Erinnerung, eine Milliarde, das sind tausend Millionen.

Eva Völpel: Man vergisst das ja öfter auch noch mal so ein bisschen.

Eva Völpel: Aber du wärst halt nur theoretisch so reich wie der, denn dessen Vermögen vermehrt sich ja ständig weiter.

Eva Völpel: Das galoppiert ja ständig davon mit so Renditen zwischen sechs bis zehn Prozent,

Eva Völpel: manchmal auch zwölf Prozent pro Jahr.

Sabine Nuss: Das ist doch das mit diesem, der Teufel kackt immer auf den größten Haufen.

Eva Völpel: Ja, auf jeden Fall. Naja gut, jetzt könnte man natürlich sagen,

Eva Völpel: okay, Dieter Schwarz, das ist das absolute Extrembeispiel, der steht ganz an

Eva Völpel: der Spitze und sind nicht alle so reich wie er, also mehrfacher Milliardär.

Eva Völpel: Aber wir haben mittlerweile in Deutschland immerhin schon 249 Milliarden Vermögen,

Eva Völpel: die man zählen kann und 3.900 Personen besitzen zudem laut der Boston Consulting

Eva Völpel: Group jeweils über 100 Millionen USD.

Eva Völpel: Und eine andere schöne Zahl ist auch noch die hier.

Eva Völpel: 800.000 Personen, die müssen in unserem Land nicht arbeiten gehen,

Eva Völpel: weil sie eben von ihren Renditen leben können.

Eva Völpel: Also ihren Einnahmen, was sie an ihren Anlagen an den Finanzmärkten verdienen

Eva Völpel: oder was sie aus der Miete rausholen, die Leute ihnen zahlen müssen.

Eva Völpel: Das heißt, das finde ich auch nochmal so krass in dieser Bürgergeld-Debatte.

Eva Völpel: Wir reden über Arbeitsweigerung.

Eva Völpel: Warum reden wir nicht über diese 800.000 Leute, die nichts anderes machen,

Eva Völpel: als von dem Vermögen oder den Erträgen des Vermögens zu leben,

Eva Völpel: was andere Leute für sie erarbeiten.

Sabine Nuss: Okay. Und jetzt nochmal zurück zu dieser Studie, die das Deutsche Institut für

Sabine Nuss: Wirtschaftsforschung berechnet hat oder errechnet hat.

Sabine Nuss: Also es ist ja so, dass bei einer Vermögenssteuer aller Linke nur die obersten

Sabine Nuss: Superreichen maßgeblich mehr Steuern zahlen müssen, oder?

Sabine Nuss: Also gerade nicht diese Mittelschicht, womit ja in den Medien permanent Angst

Sabine Nuss: gemacht wird, dass es die Mittelschicht trifft, aber die sind gar nicht davon betroffen, oder?

Eva Völpel: Du sagst es und das ist auch nochmal so ein Aspekt, den kann man sich nicht

Eva Völpel: häufig genug klar machen.

Eva Völpel: Von der Vermögensteuer, wie sie jetzt durchgerechnet worden ist,

Eva Völpel: da wären gerade mal 1,9 Prozent der Bevölkerung betroffen, also insgesamt wirklich

Eva Völpel: sehr, sehr wenige Menschen.

Eva Völpel: Und noch dazu ist es so, dass rund zwei Drittel der Steuer, die müssten allein

Eva Völpel: von den Personen mit einem Vermögen von über 100 Millionen Euro erbracht werden

Eva Völpel: und über ein Drittel sogar allein nur von den MilliardärInnen.

Eva Völpel: Da sieht man ganz klar, es gibt überhaupt keinen Grund in der Mittelschicht,

Eva Völpel: diese Panik zu schieben vor der Wiedereinführung einer Vermögenssteuer. Ja, ganz im Gegenteil.

Eva Völpel: Große Mehrheit der Bevölkerung würde extrem davon profitieren,

Eva Völpel: weil dann nämlich die Superreichen in diesem Land sich zumindest wieder etwas

Eva Völpel: angemessener an der Finanzierung der Gesellschaft beteiligen würden.

Eva Völpel: Denn davon sind wir gerade einfach meilenweit entfernt. Und das ist auch durch

Eva Völpel: nichts zu rechtfertigen.

Eva Völpel: Aber dazu kommen wir ja später nochmal. Genau. Ich habe gedacht,

Eva Völpel: es wäre vielleicht ganz gut, mal ganz kurz über die Architektur dieser Vermögensteuer zu reden.

Eva Völpel: Also wie sollte die eigentlich aussehen? Was hat das DIW sich da genau angeguckt?

Sabine Nuss: Mach, schieß los.

Eva Völpel: Also untersucht wurde unter anderem eine Vermögensteuer, die beginnt ab dem

Eva Völpel: Vermögen von einer Million Euro und da soll ein Steuersatz von einem Prozent greifen.

Eva Völpel: Also das greift ja dann immer erst ab dem ersten Euro, den man über eine Million Euro hat.

Eva Völpel: Das ist der sogenannte Freibetrag. Und dann soll dieser Steuersatz gleichmäßig ansteigen.

Eva Völpel: Wenn man dann mehr als 50 Millionen Euro besitzt, dann soll der auf 5% ansteigen.

Eva Völpel: Und für Vermögen über eine Milliarde Euro wären eben 12% an Steuern fällig.

Eva Völpel: Und das ist wichtig, weil dahinter eben die Überzeugung steht zu sagen,

Eva Völpel: es ist einfach durch nichts zu rechtfertigen, dass es Milliardäre gibt.

Eva Völpel: Deswegen diesen hohen Steuersatz, denn damit würde man langfristig tatsächlich

Eva Völpel: deutlich auch mal die Vermögenssubstanz reduzieren.

Eva Völpel: Denn dieser hohe Steuersatz, der läge halt über diesen Renditen,

Eva Völpel: die ich gerade schon erwähnt habe, Dieter Schwarz und so, 6% jährlich,

Eva Völpel: mindestens fährt er darauf ein, aber oft auch mehr, 10% oder so.

Eva Völpel: Und ich finde, das ist halt ein Punkt, der ist sehr sympathisch. Aber nicht nur das.

Eva Völpel: Ich glaube, in diesen Steuerkonzepten ist es auch immer gut,

Eva Völpel: sich klarzumachen, dass sich da so ein bisschen die Geister scheiden.

Eva Völpel: Also hast du ein Konzept, was irgendwie vor allem darauf setzt,

Eva Völpel: dass das Vermögen der Superreichsten nur etwas langsamer wächst?

Eva Völpel: Oder hast du ein Konzept, wo du tatsächlich auch was umverteilst von der Substanz?

Eva Völpel: Und das wäre jetzt hier eben der Fall.

Eva Völpel: Andere Konzepte, jetzt vom DGB oder auch der SPD oder so, die sind halt deutlich zurückhaltender.

Sabine Nuss: Interessant, okay.

Eva Völpel: Und ja, wichtig ist auch noch zu wissen, es gäbe also diesen persönlichen Freibetrag

Eva Völpel: in Höhe von einer Million Euro und dann gäbe es auch noch einen Freibetrag in

Eva Völpel: Höhe von fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen.

Eva Völpel: Und dann soll es auch so Regelungen geben, dass jetzt so Vorsorgevermögen,

Eva Völpel: also alles, was du in Ansprüchen hast an öffentliche oder private Alterssicherungssysteme,

Eva Völpel: das soll steuerfrei bleiben.

Eva Völpel: Und für Selbstständige soll es eben auch nochmal einen extra Freibetrag geben,

Eva Völpel: damit die vernünftig fürs Alter vorsorgen können. Und ein wichtiger Punkt ist.

Eva Völpel: Dass dieses Konzept sagt, okay, die Steuer soll nur auf natürliche Personen

Eva Völpel: erhoben werden, also nicht jetzt zum

Eva Völpel: Beispiel auf juristische Personen wie Kapitalgesellschaften und so weiter.

Eva Völpel: Das ist halt insofern wichtig, weil damit auch ein Argument der Gegner direkt

Eva Völpel: schon mal so ein bisschen ausgehebelt wird und ein Stück weit ins Leere läuft.

Eva Völpel: Die sagen immer total gerne, okay, besteuert man Unternehmen,

Eva Völpel: dann gefährdet man das Unternehmen.

Eva Völpel: Das muss dann irgendwie, keine Ahnung, dicht machen oder Teile müssen verkauft

Eva Völpel: werden zumindest und so weiter und so weiter. Und dann müssen Leute entlassen werden.

Eva Völpel: Aber man muss sich schon klar machen, die Steuer wird halt hier nur auf natürliche

Eva Völpel: Personen erhoben. Und das bedeutet halt, die privaten Vermögen von privaten

Eva Völpel: Personen stehen im Zentrum.

Eva Völpel: Und so Superreiche, die haben ja jetzt nicht nur einen Betrieb in ihrem Besitz,

Eva Völpel: sondern das ganze Vermögen, das ist ja gestreut.

Eva Völpel: Die besitzen total oft Anteile auch an anderen Unternehmen.

Eva Völpel: Die haben unterschiedlichste Anlagen an den Finanzmärkten.

Eva Völpel: Und ganz viele von diesen Superreichen, die sind ja überhaupt nicht mehr operativ

Eva Völpel: in den Unternehmen auch tätig.

Eva Völpel: Auch dazu gibt es mittlerweile Erhebungen vom Netzwerk Steuergerechtigkeit.

Eva Völpel: Und das heißt, was passieren müsste, wenn da jetzt irgendwie so eine Vermögenssteuer

Eva Völpel: käme, wäre dann, sage ich jetzt einfach mal nur, dass die gewisse Anteile dann

Eva Völpel: vielleicht irgendwie verkaufen müssten, die sie an irgendwelchen Unternehmen haben.

Eva Völpel: Ja, und selbst wenn du Fälle hättest oder hast und das wären wahrscheinlich

Eva Völpel: eher wenige, wo die Leute ihr gesamtes persönliches Vermögen in so einem Betrieb

Eva Völpel: nur drinstecken haben und da müssten sie jetzt was rausziehen,

Eva Völpel: um die Steuer zu bezahlen.

Eva Völpel: Auch dafür gibt es halt Lösungen. Du kannst es lange abstottern lassen zum Beispiel.

Eva Völpel: Ja, und dann können die das aus den laufenden Gewinnen der ganzen Jahre,

Eva Völpel: die da kommen, wie bezahlen und so weiter.

Sabine Nuss: Aber das wäre ungefähr, wenn ich dich richtig verstehe, so wie wenn ich gegenüber

Sabine Nuss: dem Finanzamt, ich bin selbstständig, wenn ich überhaupt sowas wie Gewinn mache,

Sabine Nuss: wenn ich dann dem Finanzamt sagen würde, Entschuldigung, aber mein Geld steckt

Sabine Nuss: in meinem Laptop, ich kann das leider nicht bezahlen.

Eva Völpel: Genau, das ist halt oft so gut gebrochen.

Sabine Nuss: Weißt du, ist doch so, oder?

Eva Völpel: Ja, genau.

Sabine Nuss: Dann muss ich ja auch Stunden, also ich muss es ja auch bezahlen.

Eva Völpel: Ja, im besten Fall wird dir sozusagen eingeräumt, dass du Stunden darfst.

Eva Völpel: Oft ist das ja gar nicht der Fall.

Sabine Nuss: Genau.

Eva Völpel: Bei Leuten, die wenig Geld haben oder wenig Vermögen. Aber bei den Superreichen passiert es halt oft.

Eva Völpel: Oder beziehungsweise es passiert einerseits oft mit so Ausnahmeregelungen,

Eva Völpel: die geschaffen worden sind. Also da wird es doch nicht mehr gestundet,

Eva Völpel: da wird es einfach erlassen.

Eva Völpel: Gerade bei der Erbschaftssteuer, die ja jetzt heftig diskutiert wird, zum Glück mal.

Eva Völpel: Aber du könntest ja auch wirklich sagen, naja, okay, wenn das Leute wirklich

Eva Völpel: nicht bezahlen können, dann können sie es halt abstottern. Ist ja kein Problem.

Eva Völpel: Und da vielleicht auch nochmal einen kleinen Hörtipp. Also in einer der letzten

Eva Völpel: Folge oder ich glaube, es ist im Moment noch die letzte Folge der Lage der Nation.

Eva Völpel: Das ist die Folge 464. Da schauen sich die Kollegen anhand des Beispiels eben

Eva Völpel: der Erbschaft und Schenkungssteuer und der vorgeschlagenen SPD-Reformen,

Eva Völpel: dieses Argument nochmal genauer an und nehmen das ganz gut auseinander.

Eva Völpel: Also wer da wirklich nochmal in so Details einsteigen will, der kann das da total gut machen.

Eva Völpel: Ja, das sind jetzt erstmal so ganz grob die Eckpunkte so einer Konstruktion

Eva Völpel: einer Vermögensteuer und ihr könnt es auch entweder in der Studie nachlesen,

Eva Völpel: da gibt es auch eine gute Zusammenfassung oder auch, da darf ich mal ein bisschen

Eva Völpel: Werbung für mich selber machen,

Eva Völpel: ein FAQ, das wir anlässlich dieser Studienerscheinung auch nochmal auf den Seiten

Eva Völpel: der Rosa-Luxemburg-Stiftung etwas aktualisiert haben.

Sabine Nuss: Was total gut ist. Ich habe es auch schon gelesen. Also so ein Frage-und-Antwort-Textchen

Sabine Nuss: so schön flüssig runterzulesen.

Eva Völpel: Ja, vielen Dank.

Sabine Nuss: Und wenn man das dann so ausgestaltet, wie du jetzt gerade geschildert hast,

Sabine Nuss: dann wären eben laut DIW, also laut dem Institut für Wirtschaftsforschung dem

Sabine Nuss: Deutschen, bis zu 150 Milliarden Euro, mindestens aber 100 Milliarden Euro an

Sabine Nuss: Einnahmen pro Jahr drin.

Sabine Nuss: Und was ich jetzt nochmal wiederum total spannend finde, ist,

Sabine Nuss: wo geht das Geld denn dann eigentlich hin? Zum Bund?

Eva Völpel: Nee, die Vermögenssteuer ist eine Ländersteuer.

Eva Völpel: Und bevor ich dazu ganz kurz was sage, vielleicht noch den Hinweis,

Eva Völpel: durch dieses Aufkommen, was da zu erzielen wäre, da sagt eben auch das DIW in

Eva Völpel: der Studie, da könnte die Vermögensungleichheit wirklich spürbar sinken.

Eva Völpel: Und das, finde ich, ist auch nochmal so ein Ergebnis, was man einfach festhalten

Eva Völpel: muss, weil das angesichts der Zustände ja einfach ein wichtiges Ziel ist,

Eva Völpel: was man tatsächlich erreichen könnte.

Eva Völpel: Aber genau, die Einnahmefrage, also wo geht das Geld hin?

Eva Völpel: Die Steuer steht eben den Ländern zu und damit hat es aber nachgeordnet auch

Eva Völpel: eine sehr große Bedeutung für die Kommunen, die über die Länder daran partizipieren würden.

Eva Völpel: Und da wissen wir ja, den Kommunen steht das Wasser wirklich bis zum Hals und

Eva Völpel: sie haben noch einen extrem hohen Investitionsstau.

Eva Völpel: Das heißt, das wäre einfach super, wenn die mehr Geld hätten.

Sabine Nuss: Da würden sich die Kommunen, glaube ich, auch ziemlich freuen.

Eva Völpel: Die würden sich, glaube ich, sehr, sehr freuen. Und ein interessantes Ergebnis

Eva Völpel: der Studie ist, dass durch diese Einnahmen, die möglich wären,

Eva Völpel: und da wird in der Studie jetzt nur mit 100 Milliarden Euro aufkommen jährlich gerechnet,

Eva Völpel: könnten die Länder im Schnitt Steuereinnahmen haben, die 20 Prozent höher liegen als derzeit.

Eva Völpel: Und dann, wenn man da Interesse hat, kann man in die Studie reingucken und sieht

Eva Völpel: auch nochmal, wie das für jedes Bundesland dann aussehen würde.

Eva Völpel: Also wie würde jedes Bundesland profitieren? Das finde ich auch total hilfreich,

Eva Völpel: weil wir haben ja auch einige Landtagswahlkämpfe vor der Brust und ich denke,

Eva Völpel: aus den Ländern sollte und müsste

Eva Völpel: wirklich mehr Druck kommen für so eine Wiedererhebung der Vermögenssteuer.

Eva Völpel: Und vielleicht nur ein, zwei, drei Beispiele. Also Baden-Württemberg zum Beispiel,

Eva Völpel: die würden das anführen. Die würden 14,5 Milliarden Euro dann jährlich einnehmen können.

Eva Völpel: Klar, viele der Superreichen leben eben im Ländle.

Eva Völpel: Aber auch in Hamburg ist das Aufkommen ganz ordentlich.

Eva Völpel: Und Berlin, hier wird ja in diesem Jahr auch gewählt, da wären 5,6 Milliarden Euro jährlich drin.

Eva Völpel: Und sogar noch in Sachsen-Anhalt, auch ein Wahlkandidat in diesem Jahr,

Eva Völpel: immerhin noch 2,3 Milliarden Euro.

Eva Völpel: Das ist jetzt immer gerechnet nach diesem sogenannten Finanzkraftausgleich,

Eva Völpel: wo dann diese Einnahmen nochmal so ein bisschen umverteilt werden bei den Ländern untereinander.

Eva Völpel: Für die Länder käme da auf jeden Fall gut was bei Rom und ich finde,

Eva Völpel: das ist auf jeden Fall auch ein total wichtiges Argument für eine Vermögenssteuer

Eva Völpel: zu sagen, okay, wir müssen die Einnahmeseite stärken, aber das ist halt echt nicht alles.

Eva Völpel: Also das Motto unseres schönen Podcastes hier ist ja dieses Brechtsche Motto,

Eva Völpel: wo er mal gesagt oder geschrieben hat, reicher Mann und armer Mann standen da

Eva Völpel: und sahen sich an, da sagt der arme Bleich, wäre ich nicht arm, wärst du nicht reich.

Eva Völpel: Also es muss einfach ganz grundsätzlich darum gehen, diese Ungleichheit abzubauen,

Eva Völpel: weil wir auf der anderen Seite eben mittlerweile eine extrem hohe Anzahl von

Eva Völpel: Menschen haben, die in Armut und sozialer Ausgrenzung leben.

Eva Völpel: Über 17 Millionen Menschen in diesem Land.

Eva Völpel: Und das ist einfach irgendwie unfassbar und das soll und darf nicht so sein.

Eva Völpel: Und noch dazu, du hast es ja schon erwähnt, die Demokratiefrage.

Eva Völpel: Also extremer Reichtum, extremes Vermögen geht mit extremer Machtkonzentration einher.

Eva Völpel: Ich meine, wir müssen gar nicht irgendwie auf Elon Musk und Peter Thiel gucken,

Eva Völpel: wie die mit ihrer Kohle eine rechte bis rechtsextreme, autoritäre,

Eva Völpel: demokratiefeindliche Agenda irgendwie in die ganze Welt tragen.

Eva Völpel: Du kannst es auf kleinerem Level ja auch für Deutschland sehen,

Eva Völpel: dass die Lobby der Superreichen, also damit meine ich jetzt zum Beispiel die

Eva Völpel: Stiftung Familienunternehmen.

Eva Völpel: Wie die mit ihrem Geld und ihrem Einfluss seit Jahren verhindern,

Eva Völpel: dass wir hier eine andere Besteuerung bekommen von Vermögen.

Eva Völpel: Und da gibt es ja mittlerweile auch wirklich sehr gute Fernsehdokumentationen

Eva Völpel: drüber, mit welchen Mythen die da irgendwie durch die Länder ziehen.

Eva Völpel: Und auf der anderen Seite, und das hast du ja in deinem Buch,

Eva Völpel: von dem ich schon gesprochen habe, auch nochmal dir genau angeguckt,

Eva Völpel: ist es ja so, dass Studien zeigen, wachsende Ungleichheit, Armut,

Eva Völpel: Abstiegsängste, Sparpolitik.

Eva Völpel: Das alles trägt halt mit dazu bei, dass rechte oder rechtsextreme Parteien und

Eva Völpel: Einstellungen an Bedeutung gewinnen.

Eva Völpel: Das ist nicht der einzige Grund, weshalb sie an Bedeutung gewinnen,

Eva Völpel: aber ein ganz wichtiger.

Eva Völpel: Und da möchte ich nicht nur auf dein schönes Buch verweisen,

Eva Völpel: sondern auch nochmal auf unsere Doppelfolge, wo wir dieses Thema ausführlich am Wickel hatten.

Sabine Nuss: Danke schön nochmal für diesen kompakten Einblick in dieses Konzept.

Sabine Nuss: Ich habe jetzt aber trotzdem nochmal zwei Nachfragen. Also die erste ist,

Sabine Nuss: am Anfang haben wir ja schon erwähnt, hatte ich ja im Intro erwähnt,

Sabine Nuss: dass der Ökonom Gabriel Sigmund ein Argument ganz stark macht,

Sabine Nuss: nämlich er sagt ja, wir brauchen eine internationale Mindestbesteuerung von

Sabine Nuss: Milliardenvermögen von wenigstens zwei Prozent.

Sabine Nuss: Und jetzt wird es interessant, er begründet es damit, dass die Superreichen,

Sabine Nuss: du hast es auch schon erwähnt, endlich mal und überhaupt mal einer angemessenen

Sabine Nuss: Besteuerung unterworfen werden müssten.

Sabine Nuss: Und zwar angemessene Besteuerung ihrer Einkommen.

Sabine Nuss: Und das sei eben bisher nicht der Fall. Da habe ich, das musst du gleich nochmal

Sabine Nuss: erklären, aber das habe ich ganz kurz nochmal in dem von dir ja auch empfohlenen

Sabine Nuss: oder von uns auch empfohlenen Jung und Naiv Deep Dive.

Sabine Nuss: Da hat Zygmar erzählt, dass Jeff Bezos, also einer der reichsten Männer der

Sabine Nuss: Welt und Amazon Gründer, sich selbst mal bedürftig gerechnet hat.

Sabine Nuss: Er hat laut Steuererklärung mehr Geld ausgegeben, als er eingenommen hat und

Sabine Nuss: dadurch hat er eigentlich kein Einkommen gehabt und deshalb hat er 4.000 Dollar

Sabine Nuss: Familienleistung, er hat es beantragt und hat es auch bekommen für seine Kinder.

Eva Völpel: Also dass solche Typen sowas auch machen. Ich meine, machen die das,

Eva Völpel: um sozusagen das durch so ein Späßchen draus zu machen?

Sabine Nuss: Ja, ich habe keine Ahnung. Ey, ihr seid so doof.

Eva Völpel: Ich nehme euch jetzt auch noch weiter aus wie eine Weihnachtsgans.

Eva Völpel: Oder brauchen die das für ihr Ego im Sinne von, ich muss jeden Dukaten zusammenraffen.

Sabine Nuss: Ja, also auf jeden Fall hat er sich arm gerechnet. Und Zygmau hat erklärt,

Sabine Nuss: das ist aber kein Steuerbetrug. Das ist halt ganz legal.

Sabine Nuss: Und es ist aber einfach so, wie das System funktioniert. Wenn du Wege findest,

Sabine Nuss: so zu tun, als würdest du kein Einkommen erzielen. Und Zygmau schreibt.

Sabine Nuss: Ich zitiere es nochmal in meinem Buch. Es ist an der Zeit, die Gestaltung der

Sabine Nuss: Einkommenssteuer, deren Einführung Anfang des 20.

Sabine Nuss: Jahrhunderts einen immensen demokratischen Fortschritt darstellte,

Sabine Nuss: zu vollenden, indem man die Milliardäre einbezieht, die ihr in Wirklichkeit

Sabine Nuss: nie unterworfen waren. Das finde ich echt krass.

Sabine Nuss: Aber jetzt, wir haben ja die ganze Zeit über Vermögenssteuer geredet.

Sabine Nuss: Warum geht es jetzt um die Einkommenssteuer, Eva?

Eva Völpel: Ja, das ist ein wichtiger Punkt und da muss ich ein klein bisschen ausholen.

Eva Völpel: Also wenn wir jetzt als Lohnabhängige Steuer zahlen, Einkommenssteuer,

Eva Völpel: die wird ja automatisch von unserem Lohn abgezogen.

Eva Völpel: Ebenso die Sozialbeiträge, also unsere Abgaben für gesetzliche Rentenkasse,

Eva Völpel: Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung und so weiter.

Sabine Nuss: Wenn wir festangestellt sind.

Eva Völpel: Wenn wir festangestellt sind, klar, genau. Bei Selbstständigen dann nochmal

Eva Völpel: ein bisschen anders. Da wird es dann nicht automatisch abgezogen.

Eva Völpel: Aber das ist halt das Geld.

Eva Völpel: Da kommen wir nicht drum rum. Das wird abgezogen und damit beteiligen wir uns

Eva Völpel: eben an der Finanzierung der Allgemeinheit oder müssen uns da einfach dran beteiligen.

Eva Völpel: Wenn ich aber in diesem Land extrem vermögend bin, dann gehe ich ja nicht Lohnarbeiten

Eva Völpel: für wen anders, sondern dann lasse ich andere für mich arbeiten.

Eva Völpel: Und da vielleicht auch nochmal ein Mini-Einschub.

Eva Völpel: Thema Betriebsvermögen, wir hatten das schon. Das ist wirklich die Vermögensart,

Eva Völpel: die ganz an der Spitze der Vermögen die allergrößte Rolle spielt.

Eva Völpel: Da gibt es eben auch eine neue schöne Zahl aus der DEW-Studie,

Eva Völpel: dass nämlich die oberen 10 Prozent 88 Prozent des Betriebsvermögens besitzen

Eva Völpel: und die untere Hälfte der Bevölkerung nur 0,3 Prozent.

Eva Völpel: Fokus auf Betriebsvermögen, weil das ist eine ganz wichtige Vermögensart,

Eva Völpel: wenn wir über Superreichtum sprechen.

Eva Völpel: Und die Gewinne, die ich jetzt daraus erziele, dass tausende von anderen Personen

Eva Völpel: für mich in großen Unternehmen arbeiten, die lasse ich mir ja nicht auszahlen die ganze Zeit.

Eva Völpel: Die brauche ich ja nicht auf meinem privaten Sparkonto.

Eva Völpel: Aber da ich sie mir eben nicht auszahlen lasse, werden sie auch nicht fällig

Eva Völpel: für die progressive Einkommensbesteuerung, die eigentlich, weil das ja Einkommen

Eva Völpel: ist, was mir zufließt, greifen müsste.

Sabine Nuss: Okay.

Eva Völpel: Das heißt, die Profite, die bleiben einfach zu einem großen Teil und völlig

Eva Völpel: legal in den Unternehmen, also in Unternehmen, in Konstruktionen wie Holdings oder Stiftungen.

Eva Völpel: Und das funktioniert einfach wie so eine große Sparbüchse für die Superreichen.

Eva Völpel: Und man sagt auch, dass die Gewinne von denen thesauriert werden,

Eva Völpel: das ist dieser Fachbegriff.

Eva Völpel: Das heißt, die häufen die einfach in diesen unterschiedlichen Sparbüchsenkonstruktionen

Eva Völpel: an und weil die da eben drin stecken bleiben und nicht ausgestüttet werden,

Eva Völpel: hebelt das diese progressive Besteuerung von Einkommen aus und wir haben einfach

Eva Völpel: keinen Zugriff mehr auf dieses Geld.

Eva Völpel: Und da setzt eben Südmann an und sagt, da müssen wir gegenhalten.

Eva Völpel: Und da gibt es auch Zahlen für Deutschland, also das Netzwerk Steuergerechtigkeit,

Eva Völpel: das hat mal an einem Beispiel exemplarisch gezeigt, dass die BMW-Erbin Susanne

Eva Völpel: Klappen, die hat hier insgesamt nur einen Steuersatz von 27 Prozent,

Eva Völpel: also jetzt Einkommenssteuern und so weiter.

Eva Völpel: Eine Mittelschichtfamilie aber deutlich über 40 Prozent, wenn du auch die Sozialabgaben

Eva Völpel: dazu zählst und die sind ja für uns quasi wie Steuern.

Eva Völpel: Das geht einfach ab von unserem Geld, wenn wir Lohn arbeiten.

Eva Völpel: Und ein Single sogar natürlich noch einen höheren Satz. Also da kommst du auf

Eva Völpel: rund 47 Prozent. Und ich meine, da siehst du halt, hallo, finde den Fehler.

Eva Völpel: Wir haben hier 40 oder 47 Prozent Abgabenlast gegenüber, oder 27 Prozent sind es bei der Klatten.

Eva Völpel: Ja, und deswegen sagt halt Sügmann, wir brauchen jetzt eine Steuerrevolution,

Eva Völpel: um endlich das Grundprinzip der Besteuerungsgleichheit umzusetzen.

Eva Völpel: Und der sagt dazu auch, das ist eben ein Prinzip, das schon im Zuge der französischen

Eva Völpel: Revolution in der französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 festgelegt wurde.

Eva Völpel: Also Südmann ist ja Franzose, deswegen hat er jetzt nochmal stark auch diesen Bezug.

Eva Völpel: Aber auch für Deutschland kannst du halt festhalten, dass diese Besteuerungsgleichheit,

Eva Völpel: die ja nichts anderes bedeutet, dass es eine progressive Besteuerung geben muss,

Eva Völpel: also dass Leute, je mehr Geld man hat.

Eva Völpel: Desto mehr muss man sich anteilig an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligen,

Eva Völpel: das ist auch in Deutschland ein eigentlich allgemeingültiges Prinzip der Besteuerung.

Eva Völpel: Und das wird halt nicht eingehalten.

Eva Völpel: Und deswegen sagt Südbahnheit, okay,

Eva Völpel: wir brauchen jetzt diese weltweite Mindestbesteuerung von hohen Vermögen.

Eva Völpel: Manchmal ist da die Rede von ab einer Milliarde Euro. Er schlägt aber jetzt,

Eva Völpel: glaube ich, auch vor ab 100 Millionen Euro Vermögen.

Eva Völpel: Und egal, wo dann irgendwie ein Milliardär auf der Welt wohnt,

Eva Völpel: er soll halt sozusagen das mindestens zahlen,

Eva Völpel: also diese zwei Prozent da drauf und wenn er in einem anderen Land schon was

Eva Völpel: gezahlt hat, dann kann er sich das meinetwegen anrechnen lassen und ich meine

Eva Völpel: zwei Prozent, das ist jetzt wirklich nicht extrem viel, muss man mal sagen.

Sabine Nuss: Ja.

Sabine Nuss: Ich hatte noch eine zweite Frage, die sich bezieht auf dieses ewig wiederkehrende

Sabine Nuss: Argument, wenn wir Vermögen hoch besteuern, dann hauen die Vermögenden ab oder

Sabine Nuss: machen ihre Unternehmen dicht oder verlagern die Produktion und, und, und.

Sabine Nuss: Er hat jetzt mittlerweile auch schon einen so langen Bart, zumindest aber über

Sabine Nuss: diesen Einwand sollten wir trotzdem noch mal kurz sprechen.

Sabine Nuss: Aber vorweg, die Veröffentlichung der Vermögenssteuerstudie von Bach,

Sabine Nuss: also vom DIW, die war, wie gesagt, die war jetzt ja gerade erst,

Sabine Nuss: die hat eigentlich eine erstaunlich positive Resonanz hervorgerufen.

Sabine Nuss: Vielleicht kurz eine kleine Empfehlung. Und zwar möchte ich verweisen auf den

Sabine Nuss: Newsletter von Tom Strohschneider bei Substack.

Sabine Nuss: Tom Strohschneider war früher mal der Chefredakteur vom ND.

Sabine Nuss: Früher hieß es Neues Deutschland, jetzt heißt es ND. Und er macht da drin in

Sabine Nuss: unregelmäßigen Abständen zu ausgewählten Themen immer so eine Art kommentierte Presseschau.

Sabine Nuss: Also es ist super bequem, wenn du wissen willst, wie hat die Presse,

Sabine Nuss: auf was reagiert, dann sollte man diesen Newsletter abonnieren.

Sabine Nuss: Und natürlich hat er auch sich mit dieser Vermögenssteuer beschäftigt und er schreibt...

Sabine Nuss: Insgesamt kommentiert wird der Vorschlag recht freundlich.

Sabine Nuss: Selbst der Reutlinger Generalanzeiger findet das eklatante Ungleichgewicht der

Sabine Nuss: Vermögensverteilung erschreckend.

Sabine Nuss: Und diese berühmten, immer wieder gern ins Feld geführten Anpassungsreaktionen,

Sabine Nuss: also Betriebe könnten gehen, Steuerflucht und so weiter und so fort,

Sabine Nuss: das würde schon weitgehend in den Medien mittlerweile so gesehen,

Sabine Nuss: dass das Risiko wahrscheinlich überbewertet wird. Dieses Risiko.

Sabine Nuss: Das ist was, was schreibt Tom Strohschneider, Kampagnenorganisationen wie Oxfam

Sabine Nuss: schon lange sagen und es gibt auch Studien dazu.

Sabine Nuss: Und dann schreibt er noch die Rhein-Neckar-Zeitung, die schreibt eben auch,

Sabine Nuss: der berühmte Wirtschaftsstandort, das arme, scheue Wesen, wird schon nicht leiden,

Sabine Nuss: wenn Milliardäre oder vielfache Millionäre ein Prozent ihres Vermögens jährlich mal abgeben müssen.

Sabine Nuss: Es gehe hier vielmehr um ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit.

Eva Völpel: So, okay, sie müssten ein bisschen mehr abgeben, wenn sie Milliardäre sind, aber anyway.

Sabine Nuss: Genau, bei Milliardären wäre es dann ein bisschen mehr, aber es bleibt richtig

Sabine Nuss: im Kern, was da die Rhein-Neckar-Zeitung schreibt.

Sabine Nuss: Also Tom erzählt da noch oder schreibt da noch so ein bisschen drüber,

Sabine Nuss: woran es denn eigentlich liegt, dass diese Vermögensteuer so dermaßen im Stillstand

Sabine Nuss: ist, obwohl es so viel Zustimmung gibt, auch in der Bevölkerung,

Sabine Nuss: gibt ja auch Bevölkerungsumfragen.

Sabine Nuss: Und da ist eben seit Jahren Stillstand, das versucht er ein bisschen zu analysieren.

Sabine Nuss: Also Leserempfehlungen machen wir auch in die Shownotes, aber zurück zu meiner Frage.

Sabine Nuss: Auch Stefan Bach hantiert ja in der Studie, beziehungsweise er hantiert ja in

Sabine Nuss: der Studie mit einer relativ großen Spannbreite, hatten wir schon erwähnt,

Sabine Nuss: von möglichen Einnahmen zwischen 100 und bis zu 150 Milliarden Euro,

Sabine Nuss: aber eben genau auch wegen dieser sogenannten,

Sabine Nuss: Ausweichreaktion.

Sabine Nuss: Also kurz gesagt, wenn die Extremreichen ihr Vermögen der Besteuerung entziehen, Eva, was ist damit?

Eva Völpel: Ja, das ist ein Evergreen, dieses Thema und.

Eva Völpel: Stefan Bach, in der Tat, hat er diese sehr große Spannweite drin.

Eva Völpel: Er sagt aber auch selber, dass diese Schätzungen dazu auch mit einer gewissen

Eva Völpel: Unsicherheit behaftet sind, wenn er jetzt davon ausgeht, dass da sehr,

Eva Völpel: sehr, sehr viel verloren ginge und sehr hohe Ausweichreaktionen sind.

Eva Völpel: Und das hat unter anderem den Grund, dass die Studien, die dann auch herangezogen

Eva Völpel: werden, um das jetzt abzuschätzen, dass die auch schon ein paar Jahre her sind

Eva Völpel: und dass sich ja in den Jahren durchaus was getan hat, gegen Steuerflucht und

Eva Völpel: Steuervermeidung vorzugehen.

Eva Völpel: Und da werde ich jetzt nicht im Detail drauf eingehen, aber man kann einfach

Eva Völpel: festhalten, es gibt eine Wegzugbesteuerung und die ist auch peu à peu immer

Eva Völpel: wieder nachgeschärft worden, gerade nach Fällen, wo dann irgendwie wieder ein

Eva Völpel: großes Vermögen durch die Lappen ging,

Eva Völpel: wo Leute irgendwie sich vielleicht in die Schweiz abgesetzt haben und so weiter.

Eva Völpel: Das heißt, da hat sich was getan und es gibt ja auch Verbesserungen im Informationsaustausch,

Eva Völpel: was jetzt so Steuer da angeht. Von daher muss man sagen, ich würde bei diesem

Eva Völpel: Argument auch so ein bisschen die Aufregung rausnehmen.

Eva Völpel: Also ich glaube, natürlich wird es Ausweichreaktionen geben, aber die werden,

Eva Völpel: glaube ich, wenn man auch liest, was möglich ist an Wegzugbesteuerung und so

Eva Völpel: weiter, so nicht zu Buche schlagen, wie das dann immer vorgerechnet wird in Extremfällen.

Eva Völpel: Und auch Stefan Bach geht ja in der Studie dann letztendlich aus von 100 Milliarden

Eva Völpel: Euro, die er als recht plausibel da annimmt, die jährlich doch reinkommen könnten.

Eva Völpel: Und von daher kann ich nur sagen, keine Angst vor Steuerflucht.

Eva Völpel: Das ist auch übrigens der Titel von

Eva Völpel: einer sehr guten kleinen und kompakten Broschüre, die Oxfam und Barsch.

Eva Völpel: Das Netzwerk Steuergerechtigkeit genau dazu mal rausgegeben haben,

Eva Völpel: wo sie da auch irgendwie gegen diese Mythen vorgehen.

Eva Völpel: Und eine Zahl vielleicht mal dazu, es ist auch mal dann berechnet worden vom

Eva Völpel: Netzwerk, was müsste eigentlich Susanne Klatten hier an Steuern abdrücken,

Eva Völpel: wenn die jetzt sagen würde, ich verlasse jetzt Deutschland.

Eva Völpel: Und das ist eben einfach nicht wenig, das wäre nämlich gut ein Drittel ihres gesamten Vermögens.

Sabine Nuss: Wow, dann soll sie doch gehen und das Drittel hier lassen.

Eva Völpel: Ja, genau, es wäre auch eine Möglichkeit. Ja, und auch Stefan Bach und sein

Eva Völpel: Team, die kommen in der neuen Studie eben zu dem Fazit, dass eine stärkere internationale

Eva Völpel: Koordination natürlich,

Eva Völpel: ein besserer Steuervollzug und solche Instrumente wie die Wegzugbesteuerung

Eva Völpel: und die auch Entstrickungsbesteuerung, so heißen dann diese Fachbegriffe,

Eva Völpel: dass dadurch Steuerausfälle erheblich reduziert werden.

Sabine Nuss: Oh Gott, du Arme, ich bin dir so dankbar, dass du dich in dieses Thema eingearbeitet

Sabine Nuss: hast, diese ganzen Begriffe.

Eva Völpel: Ja, die sind manchmal etwas sperrig. Ich finde aber, ein Argument ist vor allem

Eva Völpel: ganz wichtig und das macht auch Südmann stark.

Eva Völpel: Wir können ja das Steuerrecht auch einfach verändern und zwar sozusagen gar

Eva Völpel: nicht kompliziert und man kann ja auch festschreiben, dass Menschen,

Eva Völpel: die aus einem Land wegziehen, dass die auch Jahre später weiterhin in diesem

Eva Völpel: Land steuerpflichtig wären.

Eva Völpel: Das kannst du festschreiben für fünf Jahre, du kannst es festschreiben für zehn

Eva Völpel: Jahre und du kannst es total gut begründen, weil sozusagen deren Vermögen basiert

Eva Völpel: ja ganz maßgeblich darauf, dass sie von allem in diesem Land irgendwie profitiert

Eva Völpel: haben, von der Infrastruktur,

Eva Völpel: von der Rechtssicherheit, von, was weiß ich, eben guten Standortbedingungen,

Eva Völpel: wie es immer so schön heißt, von den gut ausgebildeten Beschäftigten.

Eva Völpel: Und das heißt, du könntest das irgendwie an solche Jahre binden oder du kannst

Eva Völpel: es eben an den Pass binden.

Eva Völpel: Und dann hast du sozusagen eine ganz einfache Lösung, weil natürlich können

Eva Völpel: jetzt so Milliardäre sagen, ich ziehe jetzt hier weg, aber wenn es dann heißen würde,

Eva Völpel: okay, wenn du hier wegziehst und du willst auch keine Steuern mehr zahlen,

Eva Völpel: dann musst du aber auch deinen Pass abgeben, dann glaube ich,

Eva Völpel: ist das eine Überlegung, die auch die anstellen würden.

Eva Völpel: Und es gibt auch das Beispiel schon in der Praxis, also in den USA ist das Usus,

Eva Völpel: dass diese Steuerpflicht an den US-amerikanischen Pass gebunden ist.

Eva Völpel: Und selbst wenn du im Ausland lebst, bist du da noch steuerpflichtig.

Eva Völpel: Und das finde ich, das macht total klar, Leute, wenn das politisch durchgesetzt

Eva Völpel: werden kann, haben wir da ganz einfache Lösungen für.

Eva Völpel: Klar, die Frage ist, wie man es politisch irgendwie durchsetzt.

Sabine Nuss: Ja, genau. Und ob der politische Wille dafür da ist.

Eva Völpel: Genau.

Sabine Nuss: Okay, es gibt noch ganz viele weitere Argumente der Lobby der Superreichen.

Sabine Nuss: Ich verweise dazu jetzt aber nochmal auf das FAQ von dir, Eva,

Sabine Nuss: auf der Webseite der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Sabine Nuss: Die gibt es zu finden unter dem Titel Vermögensteuer zum Nachteil der Mittelschicht

Sabine Nuss: und da wird nochmal kurz und knackig dekonstruiert diese vielen angeblich guten

Sabine Nuss: Argument der Gegnerinnen einer Vermögensteuer.

Sabine Nuss: Aber ich habe jetzt nochmal eine Frage, weil du hattest es ja auch schon mal

Sabine Nuss: angesprochen mit dem Konzept à la Sucma, dass man also eine global koordinierte

Sabine Nuss: Mindestbesteuerung braucht.

Sabine Nuss: Und zwar ist das Konzept ursprünglich im Auftrag von Brasilien entstanden,

Sabine Nuss: als das Land 2024 die Präsidentschaft der G20 innehatte, also G20,

Sabine Nuss: der reiche Industrienationen-Club.

Sabine Nuss: Und da ist jetzt nochmal meine Frage, was doch wirklich sehr,

Sabine Nuss: sehr nahe liegt, ist, dass das eigentlich nur international funktionieren kann, oder?

Eva Völpel: Jein.

Sabine Nuss: Jein.

Eva Völpel: Jein, sage ich dazu. Also ich meine, auch Stefan Bach macht das ja in der Vermögensteuerstudie

Eva Völpel: sehr stark, dass man das irgendwie vor allen Dingen langfristig so eine Vermögensteuer

Eva Völpel: einführen müsste und vor allen Dingen international koordiniert.

Eva Völpel: Und natürlich hat er auch einen Punkt, und das wollte ich jetzt auch nochmal

Eva Völpel: sagen, wenn er sagt, es gibt eben noch diese Lücken.

Eva Völpel: Es gibt noch Möglichkeiten zur Steuervermeidung. Das sollte jetzt vorhin auch

Eva Völpel: nicht so klingen, als wäre da alles schon geschlossen.

Eva Völpel: Da müssen wir irgendwie, da muss mehr gemacht werden.

Eva Völpel: Also wir, ist immer schön, dass wir, was wir hier so benutzen.

Sabine Nuss: Eva und ich.

Eva Völpel: Sabine und ich müssen da mal richtig ran, damit das aufhört.

Sabine Nuss: Machen wir. Ihr müsst uns nur wählen. Wir kümmern uns.

Eva Völpel: Genau, wir kümmern uns. Aber ich würde halt wirklich sagen, ja,

Eva Völpel: man muss halt beides gleichzeitig tun.

Eva Völpel: Und im besten Fall dann eben darauf setzen und damit sozusagen vorantreiben,

Eva Völpel: dass sich das gegenseitig pusht.

Eva Völpel: Dass du international das Konzept nach vorne bringst und dass du es gleichzeitig

Eva Völpel: auf nationaler Ebene verfolgst, Weil das ja oft den Effekt hat,

Eva Völpel: wenn ein Land und auch ein gewichtiges Land in der Frage vorangeht politisch,

Eva Völpel: dann hat es auch Auswirkungen auf die internationale Debatte darum und umgekehrt.

Eva Völpel: Fazit kann man einfach sagen, wir sind einfach nicht hilflos und es ist vielleicht

Eva Völpel: auch nochmal gut, sich ja klarzumachen, dass es in Europa noch wenige Länder

Eva Völpel: gibt, die eine Vermögenssteuer weiterhin erheben, Schweiz und Norwegen zum Beispiel.

Eva Völpel: Und auch, dass es in Deutschland jahrzehntelang Praxis war und einfach funktionierte,

Eva Völpel: nämlich seit den 20er Jahren bis Ende 1996, bevor dann sozusagen der neoliberale,

Eva Völpel: marktradikale Backlash kam und die Steuer beerdigte.

Sabine Nuss: Na, das war ja das Bundesverfassungsgericht, ne?

Eva Völpel: Ja, aber das Bundesverfassungsgericht hat ja nur gesagt, die Art und Weise,

Eva Völpel: wie unterschiedliche Vermögensarten bewertet werden, die geht so nicht mehr,

Eva Völpel: weil Immobilienvermögen wurde nach Bewertungsmaßstäben der 60er Jahre verwendet.

Eva Völpel: Und das war natürlich total ungerecht gegenüber anderen Vermögensarten.

Eva Völpel: Und eigentlich war das die Aufgabe an die Politik, bessert da mal nach und nicht

Eva Völpel: schafft diese Vermögensteuer ganz ab.

Eva Völpel: Und die schwarz-gelbe Bundesregierung hat dann eben damals das aber als eine

Eva Völpel: gute Steilvorlage genommen und gesagt, dann erheben wir die jetzt einfach nicht mehr.

Sabine Nuss: Doch, jetzt mal aus. Okay, verstehe. Dieser Vorschlag von Zygmunt bzw.

Sabine Nuss: Von Brasilien damals, aus Anlass der G20-Präsidentenschaft, das war ja ein relativ

Sabine Nuss: großes Thema in den Medien Ende 2024.

Sabine Nuss: Was ist denn da jetzt eigentlich draus geworden aus dieser Forderung nach einer

Sabine Nuss: internationalen Reichensteuer?

Eva Völpel: Das ist eine ganz interessante Entwicklung. Also auf diesem damaligen G20-Treffen

Eva Völpel: in Brasilien, da ist der Vorschlag viel diskutiert worden,

Eva Völpel: aber er ist halt nicht wirklich in der Form aufgegriffen worden,

Eva Völpel: dass die G20 jetzt gesagt hätten, okay,

Eva Völpel: machen wir jetzt und hier, liebe OECD,

Eva Völpel: also Organisationen für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,

Eva Völpel: machen wir uns da jetzt mal irgendwie eine Blaupause, wie wir das Ding durchsetzen

Eva Völpel: können oder aufsetzen können.

Eva Völpel: Warum OECD, dieser Zusammenschluss der mittlerweile 38 reichen Industrienationen,

Eva Völpel: der ist eben im Moment sozusagen so zuständig oder hat sich dieses Mandat eben angeeignet zu sagen,

Eva Völpel: wenn es um internationale Besteuerungsfragen geht, dann sind wir zuständig.

Eva Völpel: Unter anderem wurde unter dem Dach der OECD auch diese globale Mindeststeuer

Eva Völpel: für sehr, sehr große Konzerne erarbeitet.

Sabine Nuss: Die jetzt auch von März gekippt werden soll.

Eva Völpel: Oh, das habe ich noch gar nicht mitbekommen. Ah, wunderbar. Ach, dieser Kanzler.

Sabine Nuss: Ja, weil die USA sich rausgezogen hat.

Eva Völpel: Unbelievable.

Sabine Nuss: Würde der Wettbewerbsfähigkeit Europas massiv schaden.

Eva Völpel: Es hört nicht auf. Das hört einfach nicht auf.

Sabine Nuss: Das ist das Problem mit der internationalen Konkurrenz.

Eva Völpel: Genau, und es gibt aber mittlerweile und auch schon etwas länger an der OECD

Eva Völpel: eben eine massive Kritik von Ländern, vor allem des globalen Südens, Weil die halt sagen,

Eva Völpel: liebe OECD, warum wollt ihr das nur in eurem exklusiven kleinen Zirkel eigentlich besprechen?

Eva Völpel: Zumal dann natürlich, wen wundert es, an der einen oder anderen Stelle auch

Eva Völpel: irgendwie Dinge mal etwas laxer ausfallen oder eben zum Vorteil dieser reichen Industrienationen.

Eva Völpel: Und deswegen gibt es mittlerweile seit einigen Jahren, angestoßen von Ländern

Eva Völpel: des globalen Südens, eine, wie ich finde, echt interessante Initiative,

Eva Völpel: nämlich ein internationales Steuerabkommen unter dem Dach der UN zu verhandeln.

Eva Völpel: Und die entsprechenden Resolutionen versorgten eine UN Global Tax Convention.

Eva Völpel: Die wurden auch bereits von der UN-Vollversammlung angenommen.

Eva Völpel: Und die Arbeit an der Umsetzung, die hat begonnen. Das dauert natürlich einige Zeit, ja.

Eva Völpel: Ist klar, da müssen noch viele Hürden genommen werden und jetzt haben wir natürlich

Eva Völpel: den Gegenwind tatsächlich aus den USA ganz scharf für dieses Thema und auch

Eva Völpel: da wird die Frage sein, wie positionieren sich dann die EU-Staaten und allen

Eva Völpel: voran Deutschland in dieser Frage.

Eva Völpel: Aber dieser Kampf für eine UN-Global-Tax-Convention, das ist halt einfach wirklich ein Meilenstein.

Sabine Nuss: Krass.

Eva Völpel: Und ja, klar, ich finde auch, wenn es um sowas geht wie eine globale Milliardärsteuer,

Eva Völpel: dann musst du das unter dem Dach der UN verhandeln.

Eva Völpel: Und dafür setzt sich übrigens auch Sigmann ein.

Sabine Nuss: Interessant, habe ich auch noch nie was von gehört. UN-Global-Tax-Convention.

Sabine Nuss: Letzte Frage habe ich jetzt noch und zwar Bundeskanzler Merz hat ja im Sommerinterview

Sabine Nuss: 2025 behauptet, die Vermögensteuer sei gar nicht verfassungsgemäß,

Sabine Nuss: wo danach ja viele Leute spekuliert haben,

Sabine Nuss: hat er jetzt einfach keine Ahnung oder ist es eine glatte Lüge und was wäre

Sabine Nuss: jetzt eigentlich schlimmer? Das wissen wir, glaube ich, nicht.

Eva Völpel: Beides.

Sabine Nuss: Ja, beides. Eva, magst du den Kanzler mal korrigieren, bitte,

Sabine Nuss: damit sich das noch weiter verbreitet, dass er entweder gelogen hat oder einfach keine Ahnung hat?

Eva Völpel: Ja, beides gleich schlimm. Ja, genau. Man kann an der Stelle einfach nur klipp

Eva Völpel: und klar sagen, das stimmt so nicht, was er da behauptet hat.

Eva Völpel: Also eine Vermögensteuer wieder zu erheben, die ist mit dem Grundgesetz eindeutig vereinbar.

Eva Völpel: Ja, da gibt es auch jetzt gerade ganz frisch bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung,

Eva Völpel: Nochmal eine neue Studie zu, die ist erstellt worden von dem Juristen Stefan

Eva Völpel: Bornecke. Das packen wir euch auch nochmal in die Shownotes.

Eva Völpel: Vielleicht kann man zunächst mal sagen, die Vermögenssteuer,

Eva Völpel: die ist ja wie gesagt derzeit nur ausgesetzt. Wir haben darüber ja schon gesprochen.

Eva Völpel: Und diese Steuerart, die ist im Grundgesetz im Artikel 106 weiterhin explizit

Eva Völpel: als zulässige Steuerart eben erwähnt.

Eva Völpel: Und Bornecke, der schreibt jetzt zum Beispiel in der neuen Studie,

Eva Völpel: dass eben mittlerweile etliche Juristinnen der Meinung sind,

Eva Völpel: dass man eine Vermögensteuer sehr wohl vor allen Dingen mit der gewachsenen

Eva Völpel: Ungleichheit rechtfertigen kann,

Eva Völpel: weil eben, ganz kurz jetzt gesagt, diese Ungleichheit die Demokratie gefährdet,

Eva Völpel: sodass sich eine Vermögenssteuer zur Reduzierung der Ungleichheit grundsätzlich

Eva Völpel: aus dem Sozialstaatsprinzip in Artikel 20 des Grundgesetzes ableiten lasse.

Eva Völpel: Und dieser Artikel, der lautet, die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer

Eva Völpel: und sozialer Bundesstaat.

Eva Völpel: Und das heißt jetzt in meinen Worten, wenn hier Prozesse in Gang kommen oder

Eva Völpel: längst in Gang gekommen sind, die das untergraben, also das Demokratische,

Eva Völpel: ja, dann haben wir halt alle nicht nur das Recht, sondern eigentlich auch die

Eva Völpel: Pflicht, dagegen vorzugehen.

Eva Völpel: Und ein bisschen umstrittener ist dann bisweilen die Frage, oder nicht nur bisweilen,

Eva Völpel: sondern sie ist umstrittener, ob bei der Besteuerung von Vermögen eben nur die

Eva Völpel: laufenden Erträge besteuert werden dürfen, die das Vermögen regelmäßig abwirft.

Eva Völpel: Oder ob man auch die Vermögenssubstanz reduzieren darf.

Eva Völpel: Und da stellt die neue Studie zum Beispiel fest, dass es da mittlerweile auch

Eva Völpel: etliche ernstzunehmende Juristinnen gibt, die ihm sagen, ja,

Eva Völpel: wenn man jetzt bestimmte Prinzipien beachtet, wie jetzt eine gewisse Verhältnismäßigkeit,

Eva Völpel: dann ist auch in Deutschland eine Substanzbesteuerung gerechtfertigt.

Eva Völpel: In anderen Ländern, in Frankreich oder der Schweiz, da ist das übrigens auch

Eva Völpel: deutlich einfacher möglich. Also da ist dieser Schutz des Eigentums an der Stelle

Eva Völpel: so ein bisschen weniger strikt ausgelegt und da liegen die Hürden für so eine

Eva Völpel: Substanzbesteuerung niedriger.

Eva Völpel: Das habe ich übrigens gelernt aus eurem tollen Interview aus deinem neuen Buch mit Ingo.

Sabine Nuss: Ja, fand ich auch krass, was der alles weiß.

Sabine Nuss: Ja, krasser Überblick. Wer jetzt noch gegen die Vermögenssteuer ist,

Sabine Nuss: dem ist jetzt glaube ich auch nicht mehr zu helfen.

Eva Völpel: Nee, oder er ist halt politisch ein ausgesprochener Gegner und das ganz bewusst.

Eva Völpel: Ja, das eine geht mit dem anderen vielleicht zusammen.

Sabine Nuss: Wobei man auch dazu sagen muss, dass es ja etliche, aber auf jeden Fall einige

Sabine Nuss: gibt, die sagen, hey Leute, besteuert uns.

Sabine Nuss: Sogar Warren Buffett, auch einer der reichsten Männer der Welt.

Sabine Nuss: Es gibt ja auch die Leute, die sagen, das geht so nicht weiter.

Sabine Nuss: Ihr müsst uns ein bisschen mehr besteuern. TaxMeNow zum Beispiel.

Eva Völpel: TaxMeNow hatten wir ja auch ganz zu Anfang erste Folge. Das Interview mit der

Eva Völpel: Erbin Marlene Engelhorn.

Sabine Nuss: Richtig, da haben wir den Bogen rund. Danke Eva für diesen Einblick und Überblick.

Eva Völpel: Ja und jetzt müssen wir unbedingt nochmal über die Ambivalenz sprechen,

Eva Völpel: die in dieser Forderung nach einer Vermögenssteuer aber doch auch drinsteckt.

Eva Völpel: Weiterhin, wir haben das ja am Anfang der Folge angerissen.

Eva Völpel: Und da möchte ich jetzt was aufgreifen, was du in deinem Buch thematisierst

Eva Völpel: und zwar mit dem politischen Ökonom und ausgewiesenen Markscanner Ingo Stützle.

Eva Völpel: Ihr sprecht da eben sehr ausführlich nochmal drüber in dem Buch Der verdrängte

Eva Völpel: Kapitalismus, Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik.

Eva Völpel: Ich habe es schon erwähnt, weil ja die Vermögenssteuer sozusagen ein Kernelement

Eva Völpel: einer antifaschistischen Wirtschaftspolitik sein könnte. Und ich zitiere da

Eva Völpel: mal etwas aus eurem Gespräch.

Eva Völpel: Du sagst da nämlich an einer Stelle, Steuerpolitik kann nur insoweit gerecht

Eva Völpel: sein, indem sie die Ungleichheit gleich behandelt, ohne die Ungleichheit zu reflektieren.

Sabine Nuss: Hä?

Eva Völpel: Ja, genau. Ich wiederhole es nochmal. Steuerpolitik kann nur insoweit gerecht

Eva Völpel: sein, indem sie die Ungleichheit gleich behandelt, ohne die Ungleichheit zu reflektieren.

Eva Völpel: Was genau, Sabine, wird eben nicht reflektiert oder wie wird die Ungleichheit

Eva Völpel: gleich behandelt und welche Folgen hat das?

Eva Völpel: Also was wird verschleiert, muss man ja eigentlich sagen.

Sabine Nuss: Ja, also vielleicht ganz kurz vorweg, das Buch hat ja auch den Untertitel,

Sabine Nuss: also der Obertitel ist schon der verdrängte Kapitalismus, aber der Untertitel

Sabine Nuss: ist schon Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik.

Sabine Nuss: Und da gibt es jetzt irgendwie in der Resonanz, das ist jetzt ja schon so ein

Sabine Nuss: paar Wochen erschienen, gibt es jetzt immer so manchmal so eine Verwunderung,

Sabine Nuss: so hey, aber das hat doch Isabella Weber ins Gespräch gebracht,

Sabine Nuss: wieso ist da jetzt kein Beitrag von Isabella Weber drin und so und deshalb muss

Sabine Nuss: ich nochmal ganz kurz erklären,

Sabine Nuss: Wir setzen uns mit dem Konzept antifaschistischer Wirtschaftspolitik vor dem

Sabine Nuss: Hintergrund auseinander, dass es eigentlich noch gar kein Konzept von Isabella

Sabine Nuss: gibt. Sie hat das natürlich ins Gespräch gebracht.

Sabine Nuss: Wir setzen uns solidarisch-kritisch mit dem auseinander, was es da gibt.

Sabine Nuss: Aber das Konzept kommt erst noch von ihr.

Sabine Nuss: In diesem Jahr soll das irgendwann im Herbst erscheinen. Das muss ich jetzt

Sabine Nuss: nochmal kurz vorweg klären.

Sabine Nuss: Und dann Eva, du hattest, ich habe das ja schon im Vorfeld gewusst,

Sabine Nuss: dass ich jetzt diese Aufgabe habe, hier diesen sehr komplizierten Satz von Ingo,

Sabine Nuss: kurz und prägnant hast du gesagt.

Eva Völpel: Ah, ist das einer von Ingo? Ich hatte den dir. Egal, okay, Leute,

Eva Völpel: lest das Buch halt selber.

Sabine Nuss: Also es ist ein Interview, wo Ingo und ich uns unterhalten und diesen Satz hat

Sabine Nuss: er gesagt, mir würde der Knoten ins Gehirn machen.

Sabine Nuss: Ja, genau. Und das im Vorfeld habe ich eben überlegt, wie kann ich das jetzt

Sabine Nuss: so kurz und knackig erklären? Das

Sabine Nuss: geht eigentlich kurz nur auf Kosten der Komplexität, dann wird es platt.

Sabine Nuss: Ich bräuchte eigentlich neun Minuten, ich habe geübt und das ist jetzt zu lange.

Sabine Nuss: Deshalb sage ich hier als Appetizer nur ganz kurz was dazu, auch um zu animieren,

Sabine Nuss: das Interview mit Ingo selber zu lesen, vielleicht sogar das ganze Buch.

Sabine Nuss: Also verboten, verkürzt und auch von einer sehr abstrakten Ebene her erkläre

Sabine Nuss: ich das jetzt kurz mal so.

Sabine Nuss: Erstmal generell, Ungleichheit, also soziale Ungleichheit ist im Kapitalismus

Sabine Nuss: strukturell verankert.

Sabine Nuss: Das ist nicht temporär mal ungleich und dann kann man es gleicher machen.

Sabine Nuss: Und es wird systematisch immer wieder neu hergestellt, diese Ungleichheit.

Sabine Nuss: Also Kapitalismus ohne soziale Ungleichheit gibt es nicht.

Sabine Nuss: Und die Frage ist, wo entsteht die genau? Was sind diese Strukturen,

Sabine Nuss: die diese Ungleichheit hervorbringt?

Sabine Nuss: Und da wäre die Antwort, sie entsteht in der Sphäre der Produktion innerhalb

Sabine Nuss: der privatwirtschaftlichen Unternehmen, aber auch außerhalb der Unternehmen.

Sabine Nuss: Und jetzt wird es interessant.

Sabine Nuss: Wie entsteht es innerhalb der Unternehmen? Das hatten wir, glaube ich,

Sabine Nuss: schon mal in der Folge 40, wenn ich mich recht erinnere.

Sabine Nuss: Die Beschäftigten in den Unternehmen, also nur in den kapitalistischen Unternehmen

Sabine Nuss: natürlich, gibt ja auch sowas wie NGOs oder Staatsunternehmen,

Sabine Nuss: also die, die profitorientiert agieren, da bekommen die Beschäftigten einen

Sabine Nuss: Lohn, aber der Wert dieses Lohns liegt systematisch unter dem Wert,

Sabine Nuss: den sie neu schaffen mit ihrer Arbeit.

Sabine Nuss: Kurz, ein Teil ihrer Arbeit ist unbezahlt.

Sabine Nuss: Und das eignet sich das Unternehmen an. Das ist der Gewinn und dadurch vermehrt

Sabine Nuss: sich das investierte Kapital und deshalb nennen wir Unternehmer auch Kapitalisten.

Sabine Nuss: Und dieser Gewinn ist am Ende die Basis des Vermögens.

Sabine Nuss: Und die, die nicht in privatwirtschaftlichen Unternehmen beschäftigt sind,

Sabine Nuss: ein Teil von ihnen zumindest, ein großer Teil, der sorgt dafür,

Sabine Nuss: dass diese Arbeitskräfte, die die Kapitalisten brauchen, auch nachkommen.

Sabine Nuss: Wenn die ganz klein sind, wird der Arbeitskraft die Windel gewechselt,

Sabine Nuss: später werden sie in die Kita gebracht, dann werden sie ins Schulsystem eingespeist,

Sabine Nuss: das dann die künftigen Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt für die Unternehmen selektiert.

Sabine Nuss: Das heißt, das Kapital kriegt das alles natürlich auch gratis.

Sabine Nuss: Und die strukturelle Ungleichheit schließt genau diesen Teil der Klasse ein,

Sabine Nuss: also die berühmte Kehrarbeit.

Sabine Nuss: So, das ist jetzt ganz grob, ganz grob erstmal erklärt. Und jetzt kommt dieses Steuerrecht.

Sabine Nuss: Im Steuerrecht, du hattest es auch schon gesagt, da gilt dieser Gleichheitsgrundsatz,

Sabine Nuss: der in der Verfassung verankert ist in Deutschland.

Sabine Nuss: Jeder und jede soll nach seiner, nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit

Sabine Nuss: zur Finanzierung staatlicher Aufgaben herangezogen werden.

Sabine Nuss: Das heißt, der, der wenig leistet, muss wenig Steuern zahlen,

Sabine Nuss: der, der viel leistet, muss viel zahlen.

Sabine Nuss: Und interessant an diesem Begriff ist diese Leistungsfähigkeit.

Sabine Nuss: Also erstes Mal wird vollständig vorausgesetzt, es gibt halt Leute,

Sabine Nuss: die wenig verdienen, manche, viele sogar so wenig, dass sie gar keine Steuern zahlen müssen.

Sabine Nuss: Es gibt Leute, die sehr viel verdienen und gar nicht wissen, wohin mit ihrem Geld.

Sabine Nuss: Das ist halt einfach so, die einen sind die, die viel leisten,

Sabine Nuss: die anderen sind die, die wenig leisten. Das steckt da ja irgendwie drin.

Sabine Nuss: Es ist also hoch ideologisch.

Sabine Nuss: Und es stimmt ja noch nicht mal. Wir wissen ja, dass die Vermögen denn noch

Sabine Nuss: nicht mal in dieser Logik Leistungsträger sind, die was beitragen.

Sabine Nuss: Also es stimmt ja noch nicht mal.

Sabine Nuss: Die zahlen ja null Euro Steuer auf ihr Vermögen.

Eva Völpel: Oder einfach viel weniger, als sie eigentlich müssten.

Sabine Nuss: Oder viel weniger, als sie eigentlich müssten, genau. Und wenn du jetzt diese

Sabine Nuss: Verletzung dieses Gleichheitsgrundsatzes anprangerst und sagst,

Sabine Nuss: wir brauchen eine Vermögensteuer, wir müssen für Gleichbehandlung sein,

Sabine Nuss: Dann forderst du eigentlich die Gleichheit der Ungleichen.

Sabine Nuss: Das heißt, du rückst die strukturelle Ungleichheit aus dem Blick.

Sabine Nuss: Es sei denn, man sagt es dann immer noch dazu. Aber es ist irgendwie im öffentlichen

Sabine Nuss: Diskurs passiert das dann.

Sabine Nuss: Und das ist gemeint, wenn Ingo sagt, Steuerpolitik kann nur insoweit gerecht

Sabine Nuss: sein, indem sie die Ungleichheit gleich behandelt, ohne die Ungleichheit zu reflektieren.

Sabine Nuss: Ingo erklärt dann noch, wie diese Verschleierung, da passiert ja eine Verschleierung

Sabine Nuss: der eigentlichen strukturellen Ungleichheit in dieser Forderung der Vermögensteuer,

Sabine Nuss: wie diese Verschleierung im öffentlichen Diskurs vorherrscht,

Sabine Nuss: aber auch in den herrschenden Wirtschaftswissenschaften, wie sich das im Alltagsverstand niederschlägt.

Sabine Nuss: Und er erläutert, warum eigentlich diese Auseinandersetzung um die Verteilung

Sabine Nuss: der Steuerlast ein Schauplatz des Klassenkampfs ist, logischerweise.

Sabine Nuss: Deshalb ist auch Geländegewinn vor diesem Hintergrund zu verstehen.

Sabine Nuss: In diesem Klassenkampf können wir Geländegewinne erzielen.

Sabine Nuss: Das Klassenverhältnis bleibt aber unberührt. Und das ist problematisch,

Sabine Nuss: weil das Klassenverhältnis noch sehr viel mehr negative Folgen hat,

Sabine Nuss: als einfach nur, in Anführungsstrichen, soziale Ungleichheit. So.

Eva Völpel: Oh, sehr gut. Sabine, sehr gut, kompakt.

Sabine Nuss: Lang geübt.

Eva Völpel: Auf den Punkt gebracht und genau, lest das Gespräch, lest auch die anderen Gespräche aus dem Band.

Eva Völpel: Es ist wirklich sehr lohnenswert, weil ich das auch super finde,

Eva Völpel: wie ihr so komplexe Zusammenhänge dann in dieser Interviewform auch sehr gut

Eva Völpel: runterbrecht. Also es lohnt sich total.

Sabine Nuss: Dankeschön.

Eva Völpel: Ja.

Sabine Nuss: Gut, so, wir kommen zu unserem Mitbringsel. Eva, ich habe ein Mitbringsel mitgebracht.

Sabine Nuss: Darf ich das gleich mal vorweg sagen, weil es passt so schön zum Thema?

Sabine Nuss: Und zwar möchte ich nochmal Werbung machen für EVO. Heute sind wir aber sehr lieb zueinander.

Sabine Nuss: Wir machen hier jeweils immer Werbung füreinander. Ist aber auch gut so unberechtigt,

Sabine Nuss: weil du hast maßgeblich mitgewirkt mit Hanna Schurian zusammen in der Redaktion bei einem Atlas.

Sabine Nuss: Und der Atlas heißt RLS Atlas Ungleichland.

Sabine Nuss: Ungleichland heißt das.

Eva Völpel: Nein, die heißt nicht mehr Atlas. Atlas kann man streichen. Heißt einfach Ungleichland.

Sabine Nuss: Also die Broschüre heißt Ungleichland und ich habe sie schon sehen dürfen.

Sabine Nuss: Sie ist noch nicht öffentlich und ich war total begeistert.

Sabine Nuss: Da möchte ich auch kurz erwähnen, diese Broschüre ist auch grafisch gut vom

Sabine Nuss: Kommunikationsdesign von der Agentur Mathis Weber & Schneck gemacht worden.

Sabine Nuss: Wir finden da dringend über 50 Grafiken. Das Ganze ist aufgeteilt in sechs Kapiteln.

Sabine Nuss: Um Vermögen, da geht es um Vermögenskonzentration, also wie es verteilt ist.

Sabine Nuss: Es geht um das Thema Klima, es geht um Erbe, es geht um allgemein,

Sabine Nuss: wie Lebenschancen verteilt sind.

Sabine Nuss: Es geht um Demokratie, also um die Verteilung von Macht, Einfluss und natürlich,

Sabine Nuss: was nicht fehlen darf, ganz wichtig, es geht um Alternativen.

Sabine Nuss: Das ist das sechste Kapitel.

Sabine Nuss: Und es ist wirklich grafisch sehr, sehr schön aufgemacht. Man kann sich gut

Sabine Nuss: vertiefen in die einzelnen Grafiken, in bunte Balken, in Karten und Tortendiagramme

Sabine Nuss: und bekommt dieses Thema Ungleichheit auf eine ganz andere Weise.

Sabine Nuss: Sehr schöne Bildungsform, finde ich, präsentiert.

Sabine Nuss: Muss keine dicken Bücher lesen und es ist schön zum Verschenken.

Sabine Nuss: Und wenn ich es richtig verstanden habe, kann man das kostenlos via E-Mail auch tatsächlich anfragen.

Eva Völpel: Ja, genau. Ihr könnt, also erstmal vielen, vielen Dank für dieses nette Mitbringsel.

Eva Völpel: Ihr könnt auf den Seiten der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter dem Schlagwort Ungleichland

Eva Völpel: einfach suchen und dann kann man es bestellen und tatsächlich kostenlos bestellen,

Eva Völpel: auch in größerer Stückanzahl, um das irgendwie weiter zu verteilen,

Eva Völpel: weil es ist tatsächlich gedacht ja vor allen Dingen als ein politisches Bildungsmaterial

Eva Völpel: und es erscheint jetzt sozusagen.

Eva Völpel: Also wenn der Podcast rauskommt, dann ist es schon erschienen.

Sabine Nuss: Okay und dann kann man es also auch schon kostenlos bestellen und damit Bildungsarbeit

Sabine Nuss: machen. Großartig, ist es wirklich toll.

Sabine Nuss: Eva, dein Mitbringsel?

Eva Völpel: Mein Mitbringsel ist nochmal so eine ganz kleine Unterfütterung.

Eva Völpel: Ich hatte es auch schon erwähnt jetzt im Laufe dieser Sendung.

Eva Völpel: Es gibt eine super Dokumentation von NDR, vom Panorama der Sendung aus dem letzten Jahr,

Eva Völpel: dem Herbst, wo sie nochmal die Familienunternehmen und als die Lobby der Superreichen

Eva Völpel: sozusagen sich unter der Lupe genau anschauen, wie die eigentlich hier Politik

Eva Völpel: machen und deren Mythen ein bisschen gegen den Strich bürsten.

Sabine Nuss: Ah, okay, muss ich auch sagen. Machen wir auch an die Show Notes? Gut. Gut.

Sabine Nuss: Großen Dank an dich, Eva, dass du das alles recherchiert hast und uns mitgebracht hast.

Sabine Nuss: Wie gesagt, wir verweisen nochmal auf die Shownotes, wo wir alles reinpacken

Sabine Nuss: und auch auf alle weiterführenden Texte, die ihr auch in dieser Broschüre von Eva und Hanna findet.

Sabine Nuss: Und wie immer möchte ich darauf verweisen, dass ihr uns schreiben könnt an armutszeugnis-at-rosalux.org.

Sabine Nuss: Danke Eva, danke euch allen fürs Zuhören, für die Aufmerksamkeit und ich sage auf Wiederhören.

Eva Völpel: Bis zum nächsten Mal.

Sabine Nuss: Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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